Ständiger Luftalarm, Stromausfälle und Verluste gehören für viele Menschen zum Alltag. Die psychische Belastung ist enorm: Angst, Schlaflosigkeit, Anspannung und Reizbarkeit haben seit Beginn des Krieges deutlich zugenommen.

In der Stadt Dnipro arbeitet das psychologische Zentrum ProZhyty gezielt gegen diese Folgen an. Die Einrichtung bietet niedrigschwellige Hilfe für Veteranenfamilien, Binnenvertriebene, Überlebende von Gewalt, Helfende und für Menschen, die nach einem Luftalarm einfach reden müssen. Geleitet wird das Zentrum von Kateryna Chyzyk, die ProZhyty 2024 mit aufgebaut hat.

Bewusst spricht man hier nicht von Patientinnen und Patienten. „Wir sagen hier nicht Patienten, sondern Klienten wegen des Stigmas“, erklärt Chyzyk. Psychische Hilfe ist in der Ukraine noch immer ein Tabuthema, auch wegen der sowjetischen Vergangenheit, in der Psychiatrie als Instrument der Repression missbraucht wurde. Vertrauen müsse erst wieder wachsen:

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Die leisen Verletzungen: Psychologinnen im Krieg in der Ukraine
Im Krisenmodus
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Im ersten Jahr kamen rund 5.000 Menschen in das Zentrum, etwa 3.000 suchten erstmals psychologische Unterstützung. Besonders wichtig ist die Arbeit mit Witwen gefallener Soldaten: Akuthilfe, Einzelgespräche und mehrtägige Reha-Camps helfen, den Verlust zu verarbeiten. Auch das Militär wendet sich inzwischen gezielt an ProZhyty, um Hinterbliebene und Familien begleiten zu lassen.

Neben Einzeltherapie spielt Kunst- und Gruppentherapie eine zentrale Rolle. Eine Teilnehmerin sagt: „Hier verurteilt dich niemand. Hier wird dir geholfen.“ Viele berichten, dass sie dort lernen, ihre Gefühle zu ordnen und mit der dauerhaften Anspannung umzugehen. „Heute hilft mir die Kunsttherapie wirklich sehr“, sagt eine Frau, die zwischen Kiew und Dnipro pendelt. Die steigende Nachfrage zeigt: Das Tabu psychischer Unterstützung beginnt zu bröckeln: langsam, aber spürbar. Weitere Einblicke bietet der Podcast Im Krisenmodus mit FUNKE-Journalist Jan Jessen.

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Die betroffenen Frauen erhalten besondere Hilfe im Zentrum.© FUNKE Foto Services | André Hirtz

Ein Jahr nach Assads Sturz

In der letzten Folge von „Im Krisenmodus“ ging es um die aktuelle Lage in Syrien nach dem Sturz von Assad. Damaskus feiert, außerhalb beginnt der harte Alltag: Wasser, Strom, Wohnen, Rückkehr – wo es vor Ort läuft und wo es hakt:

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Ein Jahr nach Assad: Was in Syrien wirklich funktioniert und was fehlt
Im Krisenmodus
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Folgen Sie dem Podcast „Im Krisenmodus“:

Im Podcast „Im Krisenmodus“ wird denjenigen eine Stimme gegeben, die den Alltag in Krisen- und Kriegsgebieten hautnah erleben. Soldaten, Helfer und Betroffene teilen ihre bewegenden Geschichten und berichten von den Herausforderungen und Tragödien, die Krieg und humanitäre Krisen täglich mit sich bringen.

Journalist Jan Jessen, bekannt für seine Reportagen aus den Brennpunkten der Welt, reist direkt an die Fronten und in Krisengebiete, um diese Geschichten einzufangen. Mit seiner journalistischen Expertise und sensiblen Herangehensweise gibt er den Menschen in Kriegs- und Konfliktregionen eine Plattform, die gehört werden muss.

Alle zwei Wochen erscheint eine neue, eindringliche Folge, die die Hörer:innen in eine andere Krisenregion entführt. Der Podcast lässt nicht nur das Grauen, sondern auch die Widerstandskraft und den Mut der Menschen spüren, deren Leben durch Konflikte erschüttert wurde.

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