Für Wintersportfans gibt es schlechte Nachrichten aus den bayerischen Alpen: Das Skigebiet am Kolben in Oberammergau stellt den Winterbetrieb ein. Nach 15 Jahren wird die Piste künftig weder präpariert noch künstlich beschneit. Die Betreiber begründen ihre Entscheidung mit den veränderten Wetterbedingungen und den hohen Kosten für den Betrieb.

Jeden 2. Sonntag
Ein FUNKE Liebe
Alle zwei Wochen sonntags: Antworten auf Beziehungsfragen – ehrlich, nah und alltagstauglich.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Bereits seit der Saison 2019/2020 sei jeder Winter ein Verlustgeschäft gewesen, teilten die Verantwortlichen mit. Statt Schnee falle immer häufiger Regen. „In unserem Wintereinzugsgebiet südlich Münchens und Augsburgs gibt es keinen Winter im bisherigen Sinn mehr“, heißt es in der Mitteilung.
Auch interessant
Mehr als eine Million Euro Verlust in drei Wintern
Wie stark die wirtschaftlichen Schwierigkeiten inzwischen sind, zeigen die Zahlen der vergangenen Jahre: Allein in den letzten drei Wintern summierten sich die Verluste nach Angaben der Betreiber auf etwas mehr als eine Million Euro.
Ein weiteres Problem ist die künstliche Beschneiung. Die Zeiträume mit ausreichend niedrigen Temperaturen, um Kunstschnee produzieren zu können, werden nach Einschätzung der Verantwortlichen immer kürzer. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Technik, um innerhalb der verbleibenden Zeit genügend Schnee herzustellen.
Auch beim Wasser für die Schneekanonen gab es zunehmend Schwierigkeiten. Wegen niedriger Wasserstände durfte es immer häufiger nicht mehr aus der Ammer entnommen werden. Hinzu kamen höhere Ausgaben für Strom und Diesel sowie zusätzliche Personalkosten während der Wintersaison.
Auch interessant
Das Skigebiet liegt auf vergleichsweise niedriger Höhe: Die Talstation befindet sich auf 850 Metern, die Bergstation auf 1270 Metern. Damit ist der Betrieb besonders auf ausreichend kalte Temperaturen und günstige Schneeverhältnisse angewiesen.
Sessellift und Sommerrodelbahn bleiben geöffnet
Ganz einstellen wollen die Betreiber ihre Aktivitäten am Kolben nicht. Der Betrieb soll auch in den Wintermonaten nach dem Sommerkonzept weiterlaufen. Der Sessellift, die Sommerrodelbahn und die Kolbensattel-Hütte bleiben zu den gewohnten Zeiten geöffnet.
Wintersportler können das Gelände bei ausreichender natürlicher Schneelage weiterhin eigenverantwortlich nutzen. Auch die kleinen Wank-Schlepplifte im Bereich der Talstation sollen nach Angaben des BR weiterbetrieben werden, sofern die Bedingungen es zulassen. Diese Anlagen werden separat betrieben.
- BND: Klimawandel eines der größten Sicherheitsrisiken für Deutschland
- Google Earth: Diese Funktion zeigt die Klimakrise im Zeitraffer
- Studie: Golfstrom könnte früher als gedacht kollabieren
- Interaktiv: Ist das Wetter noch normal? Der tägliche Klima-Check
- Interaktiver Klima-Globus: Wo unsere Erde unbewohnbar wird
Auch andere Skigebiete kämpfen mit Schneemangel
Die Entwicklung am Kolben steht beispielhaft für die Herausforderungen, vor denen Skigebiete in den Alpen zunehmend stehen. Mildere Winter erschweren die Planung, während künstliche Beschneiung mit zusätzlichen Investitionen und laufenden Kosten verbunden ist.






