Fast drei Monate lang zog sich der Prozess gegen Frank S. in Berlin. Der heute 69-jährige Mann aus Berlin-Lichtenberg musste sich vor Gericht wegen schwerer Vergewaltigungen verantworten. Seine Vorgehensweise: betäuben, vergewaltigen und dabei filmen. Insgesamt 14 Frauen soll er das angetan haben. 22 Mal vergewaltigte Frank S. In neun Fällen wurde zusätzlich der höchstpersönliche Lebensbereich verletzt. Zu diesem Urteil kam das Berliner Landgericht I am Mittwoch.

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Doch die Anzahl der mutmaßlichen Opfer soll laut Ermittlern weitaus höher liegen. Und dürfte Frank S. letztlich eine weitaus höhere Haftstrafe bescheren.
Berliner Gericht verurteilt Vergewaltiger zu 12 Jahren Gefängnis
Gleich zu Beginn des Prozesses im August hatte Frank S. die Vergewaltigungen gestanden. Die Morgenpost berichtete. Zu dem Vorwurf, er habe die Frauen betäubt, wollte er sich zunächst nicht äußern. Doch die im Prozess vorgelegten Beweise zeichneten ein eindeutiges Bild. „Wir sind überzeugt, dass die Taten so geschehen sind, wie in der Anklage geschildert“, sagte der Richter.
Frank S., der frühere Elektriker, hatte die Frauen zwischen 2016 und 2022 über Dating-Plattformen kennengelernt und in seine Wohnung gelockt. Dort hat er ihnen Betäubungsmittel in die Getränke gemischt und sie anschließend in teils bewusstlosem Zustand vergewaltigt. Seine Taten filmte er. Online tauschte er sich mit anderen Tätern über sein Vorgehen aus. Laut Ermittlern erfuhren die Frauen erst durch die Polizei, was Frank S. ihnen angetan hatte.
Die Verhandlung fand in großen Teilen unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Sechs der vergewaltigten Frauen traten vor Gericht als Nebenklägerinnen auf und sagten gegen Frank S. aus.
Am Mittwoch trug die Verteidigung ihr Schlussplädoyer vor. Sie beantragte, den Angeklagten zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von nicht mehr als acht Jahren zu verurteilen und eine mögliche Sicherungsverwahrung allenfalls vorzubehalten. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor eine Strafe von 13 Jahren Haft beantragt, sowie die Anordnung anschließender Sicherungsverwahrung. Um 13.30 Uhr verkündete der vorsitzende Richter dann: Frank S. muss für 12 Jahre ins Gefängnis. Und folgte damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft.
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Die Taten von Frank S. sind kein Einzelfall
Die Polizei kam dem Elektriker aus Lichtenberg durch Ermittlungen in einem anderen Bundesland auf die Spur. In Niedersachsen wurde wegen ähnlicher Vorwürfe ein Mann festgenommen. Auf dessen Datenträgern fanden die Ermittler Chatverläufe mit Frank S. Bei Durchsuchungen im März 2025 in der Berliner Wohnung von S. wurden dann zahlreiche Videos von Vergewaltigungen festgestellt. Die Betroffenen wurden sediert, vergewaltigt und dabei gefilmt.
Laut der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes ist der Fall Frank S. kein Einzelfall. In der jüngeren Vergangenheit wurden ähnliche Fälle publik. Dahinter stehen oftmals Netzwerke, in denen sich die Täter über Betäubungsmöglichkeiten austauschen und in denen sie Videos ihrer Taten hochladen. Terre des Femmes spricht von „chemischer Unterwerfung“ statt von sexualisierter Gewalt, da der sexuelle Charakter in den Hintergrund trete und es vielmehr um Machtausübung gehe.
Die zuständige Kriminalkommissarin sprach vor Gericht von einer „extremen Entmenschlichung, in der Frauen als Ware gehandelt werden“.
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Weitere Frauen vergewaltigt? Das Strafmaß könnte letztlich noch höher ausfallen
Frank S. könnte bald erneut auf der Anklagebank sitzen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, insgesamt 59 Frauen ohne ihr Wissen vergewaltigt zu haben – eine weitere Betroffene war im Laufe der Ermittlungen ausfindig gemacht worden, sagte ein Sprecher. Zu den nun verhandelten 14 Betroffenen kämen also 45 weitere hinzu. Diese könnten in einen zweiten, weitaus größeren Prozess münden.
Ob alle Fälle in die anstehende Anklage mitaufgenommen werden, sei nicht absehbar. Ebenso wenig, wann mit Anklageerhebung gerechnet wird. „Man muss zunächst abwarten, bis das Urteil rechtskräftig ist“, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.






