Spanien atmet auf: Nach heftigen Regenfällen und schweren Überschwemmungen durch Sturmtief „Adam“ hat sich die Situation inzwischen deutlich entspannt. In der besonders betroffenen Region Valencia gelten keine Unwetterwarnungen mehr. Auch die zeitweisen Ausgangsbeschränkungen für mehr als 800.000 Menschen wurden aufgehoben.

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Auf den Balearen mit der Insel Mallorca und auch für ein kleines Gebiet in Katalonien galt zwar noch bis zum Nachmittag die dritthöchste Warnstufe Gelb des spanischen Wetterdienstes Aemet. An der Playa de Palma sollte der Regen allerdings zur Freude der Touristen im Laufe des Tages strahlendem Sonnenschein mit Temperaturen von über 20 Grad weichen.

Unwetter in Spanien - Valencia
Menschen stapeln Möbel, die nach den durch heftige Regenfälle verursachten Überschwemmungen aus den Häusern geräumt werden mussten.© Rober Solsona/EUROPA PRESS/dpa | Rober Solsona

Am Montag hatte „Adam“ vor allem in Valencia schwere Schäden angerichtet: Straßen, Häuser und Campingplätze wurden überflutet, Flüsse traten über die Ufer, Autos wurden von den Wassermassen weggeschwemmt. Mehr als 1.000 Menschen mussten gerettet werden. Es gab drei Todesopfer in der Autonomen Gemeinschaft Valencia sowie je eines in Katalonien und in Andalusien.

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Rekordregen in Spanien übertrifft fast Hamburgs Jahresmenge

Nach Angaben von Aemet wurden in der besonders schwer betroffenen Küstengemeinde Oliva rund 70 Kilometer südlich der Provinzhauptstadt Valencia binnen 24 Stunden gut 530 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen. Dort wurden zwei Leichen geborgen. In Pego in der Provinz Alicante gab es sogar mehr als 620 Liter. Zum Vergleich: In Hamburg gibt es im langjährigen Schnitt weniger als 800 Liter Niederschlag pro Jahr und Quadratmeter.

Aufräumarbeiten nach sintflutartigen Regenfällen in Oliva, in der Region Valencia
Aufräumarbeiten nach sintflutartigen Regenfällen in Oliva, in der Region Valencia© AFP | JOSE JORDAN

Bei einem Besuch in Oliva erklärte Ministerpräsident Pedro Sánchez alle betroffenen Gebiete zu Notstandszonen, damit die Hilfsmittel schneller zur Verfügung gestellt werden können. Der sozialistische Politiker rief dabei alle politischen Kräfte zu einer nationalen Vereinbarung für einen „dringend nötigen staatlichen Pakt gegen den Klimanotstand“ auf. Auch diese jüngsten Ereignisse hätten „viel mit einer klimatischen Realität zu tun, die das übersteigt, wovor die Wissenschaft schon vor vielen Jahren gewarnt hat“, betonte er.

In vielen der betroffenen Orte kehrt der Alltag langsam zurück, doch die Folgen der Wassermassen sind in einigen Gebieten weiterhin deutlich zu spüren: Mehrere Straßen bleiben gesperrt, Häuser und öffentliche Einrichtungen müssen von Schlamm und Wasser befreit werden. In sechs besonders betroffenen Orten blieben die Schulen zunächst geschlossen.

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Auf Mallorca und den Nachbarinseln fiel die Bilanz vergleichsweise glimpflich aus. Die Rettungsdienste registrierten aber immerhin rund 300 Zwischenfälle. Dazu gehörten umgestürzte Bäume, überflutete Gebäude und Straßen sowie Gefahren durch mögliche Gebäudeeinstürze. Der Flugverkehr wurde erheblich beeinträchtigt. Der Unterricht war vorsorglich abgesagt worden. Für Mittwoch gelten keine Wetterwarnungen mehr. Erst zum Wochenende könnten erneut Schauer aufziehen, die jedoch deutlich schwächer ausfallen dürften.

Die jüngsten Überschwemmungen weckten in Spanien Erinnerungen an die verheerende Flutkatastrophe vom Oktober 2024, bei der in der Region Valencia mehr als 230 Menschen ums Leben kamen.

pau/dpa