In Versromanen entblättert sich eine ganz eigene sprachliche Schönheit. Sprache ist nie so stark und straff und formbewusst wie dort. Versromane und Langgedichte sind pures Literaturgold, Liebhaberobjekte von Sprachenthusiasten. Voilà, 2026 ist ihr Jahr: Der Nobelpreis für Literatur geht diesmal an die kanadische Dichterin, Essayistin, Übersetzerin und Professorin Anne Carson.
Was gar keine Überraschung ist und wohl nur eine Frage der Zeit war, so oft wie die 76-Jährige in den vergangenen Jahren als Topfavoritin für die berühmteste kulturelle Auszeichnung der Welt genannt wurde. Wobei die Wege der Schwedischen Akademie bekanntlich unergründlich sind. Für Carson rundet sich nun eine Karriere, die ohnehin mit Preisen gepflastert war. Die Vielzahl verwunderte nie. Die Altphilologin Carson ist eine virtuose Wortsetzerin, die elegant Vergangenheit und Gegenwart zu verbinden weiß.



