Der Rückzieher von Stephan Hensel hat den Prozess gegen seine Ex-Frau Christina Block und sechs weitere Angeklagte vor dem Landgericht Hamburg etwas durcheinandergebracht. Der Podcast, in dem die Block/Hensel-Töchter Johanna (20) und Klara (15, Entführungsopfer) öffentlich sprechen, wirft die Frage auf: Wie geht es jetzt weiter im Block-Prozess? Die Kinder sagten nicht im Verfahren aus, allerdings bei der Polizei und weiteren Behörden, und arbeiteten zudem mit der vom Landgericht bestellten psychiatrischen Gutachterin zusammen. Dennoch dürfte die Jugendschutzkammer von Richterin Isabel Hildebrandt schwer verstimmt sein.
Dass nun noch Vater Stephan Hensel sich als geladener Zeuge überraschend auf sein Aussageverweigerungsrecht beruft, macht die Lage nicht einfacher. Der Nebenkläger hätte zumindest einen Eindruck dazu im Gericht hinterlassen, wie er auf die drängenden Fragen reagiert: Gibt es eine Medien-Kooperation Hensels im Zusammenhang mit dem Prozess? Wird sie bezahlt? Wer hatte Einfluss auf den Veröffentlichungszeitpunkt des Podcasts mit den Töchtern?
Christina Block und ihre Kinder: Wie geht es weiter nach dem Podcast?
Am Montag, Prozesstag 80 seit dem 11. Juli 2025, erklärte Anwalt Marko Voß, Verteidiger von Anwalt C., Hensels „gesamtes Streben und Wirken der vergangenen Jahre“ sei darauf ausgerichtet gewesen, „Frau Block und die anderen Angeklagten maximal zu belasten“. Dass sich Hensel auf ein Recht berufe, das ihm als ehemaligem Mann von Christina Block zustehe, sei eine Fortsetzung der „Pervertierung des deutschen Rechts“.

