Das Areal am Offenbachplatz zwischen Tunisstraße, Brüderstraße, Krebsgasse und Glockengasse gehört zu den Filetstücken der Stadt Köln. Über ein Jahrzehnt lang spielte sich hier, hinter Bretterwänden, Baugittern und bunten Transparenten, etwas ab, dessen Entwicklung dennoch beständig im Fokus der Öffentlichkeit blieb: die Sanierung und bauliche Erweiterung der Bühnen Köln mit Oper und Schauspielhaus. Weil das viel länger dauerte und viel teurer wurde als geplant: Aus drei Jahren Bauzeit wurden 14 Jahre und aus ursprünglichen 253 Millionen Euro am Ende Gesamtkosten von knapp 1,5 Milliarden.

Ein Eröffnungsfest am 19. und 20. September bietet dem künftigen Publikum Gelegenheit, sich einen ersten Eindruck zu verschaffen. Von dem, womit Oper und Schauspielhaus sowie die beiden neuen Bühnen Kinderoper und Kleines Haus ab der neuen Spielzeit 2026/27 am alten Standort aufwarten. Bewährt sich die moderne Bühnentechnik mit der computergesteuerten Maschinerie? Hat sich  die Akustik in den Sälen jetzt wirklich verbessert? Wie sitzt, isst, trinkt es sich in den Gastronomieräumen? Ist es dem Architekten Remigiusz Otrzonsek gelungen, Hinzugekommenes mit Historischem zu vermählen?

Riphahn-Bauten wurden aufwendig restauriert

Als 1957 das Opernhaus mit den als Café-Restaurant genutzten Opernterrassen und 1967 das Schauspielhaus eröffneten, galten die Entwürfe von Wilhelm Riphahn als aufregend modern und avantgardistisch. Seit 1989 stehen die Gebäude als Ensemble unter Denkmalschutz. Während die Foyers der Oper oder der „Erfrischungsraum“ des Schauspielhauses mit Leuchten, Stoffbespannung und Böden originalgetreu restauriert wurden, ist von den Opernterrassen nur noch der äußere Teil erhalten, der unter Denkmalschutz steht. Der Rest, mitsamt Innenleben, ist komplett neu.