Gaskocher, Kerosin und menschlicher Urin heizen dem Eis am Mount Everest zusätzlich ein. Das Everest Base Camp auf der nepalesischen Seite des höchsten Berges der Welt ist Ausgangspunkt für Expeditionen zum Gipfel und liegt selbst mitten auf dem Khumbu-Gletscher. Bergsteiger, Trekkingtouristen und Helfer verbringen während der Saison dort teils Wochen.

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Der Andrang auf den Mount Everest ist groß. In der Hauptsaison bilden sich auf dem Weg zum Gipfel immer wieder lange Schlangen. Zuletzt wurde ein neuer Rekord bei den Gipfelbesteigungen erreicht. Mit der Zahl der Menschen wächst auch die Infrastruktur, die für ihren Aufenthalt am Berg benötigt wird. Das hat offenbar auch Auswirkungen auf den Gletscher.

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Mount Everest: Forscher analysieren menschlichen Einfluss

Wie groß der menschliche Einfluss sein könnte, haben Forscher nun in einer Studie untersucht, die im Fachjournal „Regional Environmental Change“ veröffentlicht wurde. Im Fokus standen neben dem globalen Klimawandel zwei Faktoren, die direkt mit dem Betrieb des Basislagers zusammenhängen. Untersucht wurden der Verbrauch fossiler Brennstoffe und menschlicher Urin.

Während der Klettersaison wird im Camp gekocht, geheizt und Strom erzeugt. Dafür werden Flüssiggas, Kerosin und Benzin genutzt. Die Wissenschaftler sammelten im Frühjahr 2023 Daten vor Ort und berechneten, wie viel Wärme dadurch freigesetzt wurde. Auch die Wärme, die durch menschlichen Urin an die Umgebung gelangt, floss in die Berechnung ein. Insgesamt kamen die Forscher auf rund 849.000 Megajoule. Diese Wärmemenge würde theoretisch ausreichen, um rund 2490 Tonnen Eis und Schnee zu schmelzen.

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Everest Base-Camp erwärmt sich stärker als Umgebung

Die Forscher untersuchten auch, wie sich die Oberflächentemperaturen am Basislager und in dessen Umgebung langfristig verändert haben. Dafür werteten sie Satellitendaten aus den Jahren 1991 bis 2023 aus.

Am Everest Base-Camp stieg die Oberflächentemperatur demnach durchschnittlich um 0,28 Grad Celsius pro Jahr. Der Anstieg fiel damit etwa doppelt so hoch aus wie auf der Oberfläche des Khumbu-Gletschers unmittelbar neben dem Camp. Gegenüber dem mit Geröll bedeckten Gelände nördlich des Basislagers lag er rund 15 Prozent höher.

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Die Ergebnisse deuten nach Einschätzung der Autoren darauf hin, dass Maßnahmen gegen diese menschlichen Einflüsse helfen könnten, den Khumbu-Gletscher zu erhalten. Auch der nicht an der Studie beteiligte Höhenforscher Peter Hackett warnt vor möglichen Folgen der lokalen Schmelze. Sie könne mehr Lawinen verursachen und einen ohnehin gefährlichen Aufstieg noch gefährlicher machen, sagte er der „New York Times“.

Die Forscher beschäftigen sich zudem mit einer möglichen Verlegung des Basislagers. Sie identifizierten zwei Standorte südwestlich des heutigen Camps, die anders als das derzeitige Lager auf stabilem Untergrund liegen.