Schwere Vorwürfe gegen YouTube-Star Jean Pierre „JP“ Kraemer stehen im Raum. Bekannt geworden als Moderator der TV-Show „Die PS-Profis“, betreibt der 45-Jährige heute mit „JP Performance“ den erfolgreichsten deutschen Tuning-Kanal mit über 2,7 Millionen Abonnenten. Doch nun überschatten Ermittlungen wegen häuslicher Gewalt den Erfolg des Web-Stars. Die Anschuldigungen wiegen offenbar schwerer, als Kraemer es darstellt.

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Zwar räumte der 45-Jährige einen Übergriff auf seine Ehefrau Julia Meck am 26. Juli inzwischen ein, bestritt jedoch sichtbare Verletzungen. Ärztliche Gutachten, die der „Bild“-Zeitung vorliegen, zeichnen jedoch ein anderes Bild. Am Dienstag (1.9.) kündigte der Unternehmer in einem neuen YouTube-Video an, dass er alle seine Firmen schließen möchte. „So endet das“, sagt er unter Tränen. „Ich bin weg.“
Häusliche Gewalt: Ärzte dokumentieren Hämatome und Belastung
Laut dem ärztlichen Gutachten stellte sich die 25-Jährige noch am Tag des Vorfalls in der Notaufnahme einer Essener Klinik vor. Die Ärzte dokumentierten im Ambulanzbericht den Vermerk „häusliche Gewalt“ sowie mehrere Hämatome an Hals und Oberarm. Laut den Unterlagen gab Meck gegenüber den Ärzten an, bereits in der Vergangenheit häufiger von ihrem Ehemann geschlagen worden zu sein. Bei der jüngsten Auseinandersetzung habe Kraemer versucht, ihr eine Kette vom Hals zu reißen. Zudem habe er sie mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen, ihr ins Gesicht gekniffen und sie an den Armen festgehalten.
Einen Tag später stellte ein Hausarzt weitere großflächige Blutergüsse an beiden Oberarmen sowie eine akute Belastungsreaktion fest. Meck sei psychisch stark belastet und leide unter Panik sowie Schlafstörungen.
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Kraemer gesteht Tat und will in Therapie gehen
Gegen Kraemer wird laut der „Bild“-Zeitung wegen Körperverletzung ermittelt. In einem YouTube-Video zeigte sich der Streamer reuig, sprach von Kontrollverlust und kündigte eine Auszeit sowie den Beginn einer Therapie an. „Man schlägt keine Frauen, das ist auch richtig, das war nicht in Ordnung von mir“, sagt Kraemer in dem Video. Gleichzeitig erhob er jedoch Vorwürfe gegen seine Ehefrau: Die Schläge, die er von ihr bekommen habe, seien um ein Vielfaches stärker und zahlreicher gewesen.
In einem Instagram-Beitrag hatte der 45-Jährige gesagt, dass sein Privatmuseum und sein gastronomischer Betrieb in Dortmund „bis auf Weiteres“ geöffnet bleiben. Am Freitag waren sie nach Drohungen gegen den Youtube-Star vorübergehend geschlossen worden. Es habe sich um eine Entscheidung der Mitarbeiter gehandelt, sagte ein Polizeisprecher in Dortmund.
Konkrete Hinweise auf eine akute Gefahr habe es nicht gegeben. Besucher seien nach draußen begleitet worden. Die Polizei habe Ermittlungen eingeleitet, um den oder die Absender der Drohungen ausfindig zu machen.
Die Polizei bestätigte lediglich einen Einsatz Ende Juli und verwies auf die Staatsanwaltschaft Dortmund, die in der Sache ein Ermittlungsverfahren geführt habe. Die Staatsanwaltschaft war für eine Auskunft in der Sache zunächst nicht zu erreichen.
JP weint in neuem YouTube-Video
In seinem neuen Statement richtet Kraemer zunächst persönliche Worte an seine Frau Julia Meck. Er entschuldigt sich dafür, „was ich dir angetan habe und wie ich dich verletzt habe – körperlich und menschlich“. Zugleich betont er: „Ich bin kein böser Mensch, ich bin nicht ganz in Kontrolle immer.“ Er habe es nicht besser gewusst und stets versucht, anderen zu gefallen.
Auch beruflich zieht Kraemer nun Konsequenzen. Er kündigt an, JP Performance und seine weiteren Unternehmungen zu schließen. Davon wären auch seine Mitarbeiter betroffen. Nach Informationen des „Business Insider“ beschäftigt Kraemer rund 80 Menschen. Hinter JP Performance steht demnach ein Firmengeflecht aus 18 Unternehmen. Das Vermögen des Dortmunders wird auf etwa 15 Millionen Euro geschätzt.
Im Video spricht Kraemer unter Tränen darüber, dass er nun klären müsse, wie es weitergeht und was mit den Gebäuden passiert. Zunächst wolle er sich intensiv um sich selbst kümmern. Am Ende richtet er noch eine Bitte an die Menschen, die er verletzt habe: „Und wenn es eine Chance gibt, mir zu verzeihen, dann verzeiht mir.“
Anmerkung der Redaktion
Von (häuslicher) Gewalt betroffene Personen können sich an die Telefonseelsorge wenden. Sie erreichen sie telefonisch unter 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de. Die Beratung ist anonym und kostenfrei, Anrufe werden nicht auf der Telefonrechnung vermerkt. Das Opfer-Telefon des Weißen Rings ist unter 116 006 erreichbar. Opfer und Zeugen von häuslichen Gewalttaten können – bei Tag und Nacht – über den Notruf 110 Hilfe holen.
Frauen erhalten zudem Unterstützung beim bundesweiten Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ der Bundesregierung unter der 116 016. Der Anruf ist kostenlos und auf Wunsch anonym. Über die Internetseite www.hilfetelefon.de können sich Betroffene zudem online per E-Mail oder Chat beraten lassen.
Das Männerhilfetelefon ist unter der bundesweiten Telefonnummer 0800 123 99 00 zu erreichen. Hilfe erhalten Betroffene auch im Internet auf der Seite der Bundesfach- und Koordinierungsstelle Männergewaltschutz.
pau mit dpa





