Es begann wie in einem Märchen: Die Bürgerliche und der Prinz, so lauteten die Schlagzeilen von 1999, als sich Prinz Haakon von Norwegen und Mette-Marit so stürmisch ineinander verliebten. Doch schon bald zogen dunkle Wolken auf: Mette-Marit wurde wegen ihrer Leidenschaft, gerne wild zu feiern, als „Party-Girl“ verschrien. Haakon aber stand zu ihr. Und so wurde sie an seiner Seite zu einer Kronprinzessin, der nach und nach die Herzen des Volks zuflogen. Damit allerdings ist seit geraumer Zeit Schluss: Ihr Stern sank massiv. Sie habe das Königshaus in eine tiefe Krise gestürzt. Mette-Marit (53) als Königin? So unerwünscht wie wahr.

Jeden 2. Sonntag

Ein FUNKE Liebe

Alle zwei Wochen sonntags: Antworten auf Beziehungsfragen – ehrlich, nah und alltagstauglich.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Die bisherige Kronprinzessin Mette-Marit ist die neue Königin von Norwegen. Die Rolle der Ehefrau des neuen Königs Haakon (53) geht aus der offiziellen Liste des Königshauses hervor, die im Internet veröffentlicht wurde, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Kronprinzessin und damit an erster Stelle der Thronfolge ist das älteste Kind der beiden, Tochter Ingrid Alexandra (22).

Beim Königseid ihres Mannes (Dienstag, 1. September, 13 Uhr) wird Mette-Marit jedoch nicht dabei sein können. Der Grund: Nach ihrer Lungentransplantation muss Mette-Marit wegen „Komplikationen“ erneut medizinisch überwacht werden.

Auch interessant

Ärger bei Norwegens Royals: Sohn Marius brachte Mette-Marit in Verruf

Und sie ist doch Königin! Das muss das Volk also verdauen: Dank der Reihe von Skandalen hatten sich die Menschen entschieden von Mette‑Marit distanziert. Eine von der norwegischen Zeitung „VG“ durchgeführte Umfrage Ende Februar 2026 zeichnet ein deutliches Bild: Nur 29,4 Prozent stehen hinter Mette-Marit und finden, sie sollte in Zukunft die Krone tragen. Fast die Hälfte der befragten 1086 Personen (47,1 Prozent) lehnen sie kategorisch ab.

Die Gründe liegen auf der Hand: Der Prozess um ihren Erstgeborenen, Marius Borg Høiby, der im Juni zu vier Jahren Haft unter anderem wegen zweier Vergewaltigungen verurteilt wurde, hat ihrem Ansehen extrem geschadet. Königshausexperten werfen ihr seit Langem vor, dass sie eine Mitschuld daran treffe, warum aus dem niedlichen Kleinkind, das sie mit in die Ehe gebracht hat, ein Krimineller wurde. Viel zu lange hätte die Mutter weggesehen, wie ihr Sprössling ein überaus problematisches Jetset-Leben führte. Es gibt nur wenige Stimmen, die nicht nur die Mutter, sondern auch den Stiefvater Haakon in die Pflicht nehmen.

Erholung nach der Lungentransplantation: Zur WM gab es vom Palast ein Foto von Mette-Marit und Haakon beim Fußballschauen.
Erholung nach der Lungentransplantation: Zur WM gab es vom Palast ein Foto von Mette-Marit und Haakon beim Fußballschauen.© AFP | THE ROYAL COURT

Die Ereignisse um Sohn Marius haben die Toleranz des Volks hart auf die Probe gestellt. Und dann kam es noch einmal dicke: Anfang des Jahres geriet die Kronprinzessin in die Schlagzeilen, nachdem pikante Details über ihre Freundschaft mit dem Sexualverbrecher Jeffrey Epstein ans Licht gekommen waren. Veröffentlichte Mails offenbarten jahrelangen Kontakt der beiden. Die Beziehung war enger als angenommen. So sollen sie sich demnach über Epsteins „Frauenjagd“ in Paris und langweilige Royal-Hochzeiten ausgetauscht haben.

Peinlich für das Königshaus und eine zusätzliche Belastung für Mette-Marit, die ja seit Jahren schwer lungenkrank war. Ihr Gesundheitszustand verschlechterte sich deutlich. Öffentlich trat sie nur noch selten in Erscheinung. Ihr Ruf war dahin, auch wenn die Norweger noch ein wenig Anteilnahme zeigten, als die Kronprinzessin nach langem Leiden im Juni eine neue Lunge bekam.

König Haakon stand stets zu seiner Frau: „In guten und in schlechten Zeiten“

Das Königshaus stürzte in aller Kürze von Krise zu Krise. Hinzu kam noch, dass Sohn Marius seinen Hausarrest mit Fußfessel im elterlichen Nachbarschloss verbrachte. Nicht nur für die Klatschpresse, auch für die Norweger selbst war es eine Provokation, wie er mit Glanz und Gloria Grillfeste im royalen Garten feierte. Mette-Marit hingegen war angeschlagen, psychisch wie physisch. Bei der Fußball-WM hat man sie mal, wenn die Norweger Jungen spielten, vom Schloss-Sofa aus winken gesehen, ansonsten ist sie auf ärztlichen Rat aus der Öffentlichkeit verschwunden.

Nun wird sie auch das Königseid ihres Mannes verpassen. Das norwegische Königshaus teilte am Dienstag in einer Pressemitteilung mit, dass Mette-Marit im Laufe des Tages unter medizinischer Beobachtung stehen müsse. Lungenfacharzt Are Holm vom Rikshospitalet erklärte, bei der Königin seien seit der Operation im Juni mehrfach Komplikationen aufgetreten. Wie schwer die aktuellen Beschwerden der Königin sind, lässt sich aus der Mitteilung des Königshauses nicht ableiten.

Auch wenn Mette-Marits Eignung als künftige Königin kritisch gesehen wurde, Ehemann Haakon machte trotzdem klar, dass er nicht von ihrer Seite weicht. So auch im Interview des Senders NRK anlässlich der Silberhochzeit am 26. August: „Wir sind seit über 25 Jahren zusammen. Und haben eine Beziehung aufgebaut, in der wir fest zusammenstehen. Wenn man heiratet, dann gilt das in guten und in schlechten Zeiten.“

Aus der Bürgerlichen wird nun offiziell „Königin Mette-Marit“

Wie soll Haakon jetzt das Königshaus führen, fragen sich Beobachter? Viel Zeit, sich einen Masterplan zu überlegen, hat er nicht: Nach dem Tod seines Vaters ist er automatisch zum obersten Monarchen aufgestiegen. Eine Übergangsphase ist in Norwegen nicht vorgesehen. Auch ohne Krönung ist Haakons Titel offiziell. Zugleich sind auch sofort mehrere neue Titel vergeben worden – darunter auch der für die Gattin: Mette-Marit wird von der Kronprinzessin zur Königin. Ihr Name wird sich nicht verändern. Der offizielle Titel lautet fortan „Königin Mette-Marit“.

In der norwegischen Monarchie ist es üblich, den Vornamen beizubehalten – ähnlich wie es bei ihrer Schwiegermutter, Königin Sonja, der Fall war. Traditionsgemäß findet einige Monate nach dem Thronwechsel ein feierlicher Segnungsgottesdienst für das neue Königspaar im Nidaros-Dom in Trondheim statt. Eine Krönung gibt es in Norwegen schon seit Beginn des 20. Jahrhunderts nicht mehr.

Kronprinzessin Mette-Marit, Kronprinz Haakon, Königin Sonja und König Harald von Norwegen posieren in traditionellen royalen Gewändern.
Zwei Generationen: Haakon (2.v.l.) und Mette-Marit (l.) mit den Schwiegereltern, König Harald (✝) und Königin Sonja.© Getty Images | HANDOUT

Mette-Marit hätte Titel auch ablehnen können

Doch ist die 53-Jährige diesem Druck überhaupt gewachsen? Bei aller Ablehnung kommt ja auch die Frage hinzu, ob sie die Belastungen überhaupt stemmen kann. Noch erholt sie sich von ihrer Lungentransplantation. Offen ist, in welchem Umfang sie danach wieder öffentliche Aufgaben übernehmen kann. Ob sie auch einfach hätte sagen können, dass sie nicht Königin werden will, fragten sich viele im Internet. Theoretisch ja, so ist zu lesen. Sie könnte die Krone ausschlagen, zum Beispiel aus gesundheitlichen Gründen.

Laut der norwegischen Verfassung ist die Ehefrau des Königs kein geborener Teil der Thronfolge oder der eigentlichen Institution der Monarchie, so ist nachzulesen. Es sei frei zu bestimmen, wie aktiv sie ihre Rolle als Königin ausfüllt. Die Entscheidung über ihr künftiges Aufgabenfeld liege aber nicht in ihren, sondern in Haakons Händen.

Auch interessant

Tochter Ingrid Alexandra wird auf der royalen Bühne einige Aufgaben mehr übernehmen. Das wird dem König und der Königin helfen. Aber sein Herzenswunsch war immer, dass Mette-Marit an seiner Seite steht. Egal, was das Volk sagte. Immer wieder hatte er sie als seine wichtigste Stütze beschrieben und gesagt, dass er sie „immer in seinem Team haben möchte“. Und im Märchen bekommen König und Königin ja bekanntlich immer noch eine Chance.