Norwegens König Harald V. ist tot. Der Monarch ist am Freitag im Alter von 89 Jahren in Oslo gestorben, wie der Königspalast mitteilte. Der Monarch sei in einem Krankenhaus am Morgen „friedlich entschlafen“. Der an einer Form von Blutarmut leidende Harald V. war am Montag vergangener Woche ins Rikshospitalet in der norwegischen Hauptstadt eingewiesen worden; zuletzt befand er sich nach Angaben des Palastes in einem „extrem ernsten Zustand“. Nun ist sein Sohn Haakon (53) der neue König von Norwegen.

König Harald: Familie besuchte Monarchen im Krankenhaus
Am Freitagmorgen war Haralds Ehefrau, Königin Sofia, erneut zum Krankenbett des gesundheitlich schwer angeschlagenen norwegischen Königs gefahren. Auch Kronprinz Haakons Kinder, Erbprinzessin Ingrid Alexandra und Prinz Sverre Magnus, kamen am Morgen laut Medien erneut zum Krankenhaus. Haralds Gesundheitszustand war offiziellen Angaben zufolge seit gestern unverändert sehr ernst.
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Am Donnerstag weilte Sonja etwa zehn Stunden an der Seite ihres Mannes. Auch andere Mitglieder der engeren Familie waren im Krankenhaus zu Besuch – etwa Kronprinz Haakon und dessen Frau Mette-Marit. Im ganzen Land warten die Menschen sorgenvoll auf weitere Nachrichten. Vor dem Königlichen Schlossplatz in Oslo hatten sich am Donnerstag Tausende Menschen versammelt. Harald hatte seit Jahren mit teils schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, er war der am längsten regierende Monarch Europas.
Gesundheitlich war der norwegische König schon lange angeschlagen. Seit 2024 war er etwa dauerhaft auf einen Herzschrittmacher angewiesen. Außerdem hatte er häufig mit Atemwegserkrankungen zu tun. Im Februar war der Monarch während eines Urlaubs auf Teneriffa mit seiner Frau, Königin Sonja, wegen einer Infektion ins Krankenhaus gekommen. Auch das Gehen fiel ihm seit längerer Zeit schwer. Den Thron vorzeitig seinem Sohn Haakon zu überlassen, war für Harald trotzdem nicht infrage gekommen. Seine royalen Pflichten absolvierte er bis zuletzt.
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König Harald V.: Mit Menschlichkeit und Humor die Herzen erobert
Seine Landsleute schätzten König Harald V. für seine zurückhaltende Art – und dafür, dass er klare Kante zeigen konnte, wenn es darauf ankam. Seine Reden waren oft geprägt von Mitmenschlichkeit und Taktgefühl. So tröstete er die Norweger nach den Terroranschlägen in Oslo und auf der Insel Utøya 2011. Nach der Flüchtlingskrise positionierte er sich mit einem Plädoyer für Vielfalt und Toleranz als besonnener Mahner. Beliebt war der Monarch auch wegen seines trockenen Humors. Er galt als begeisterter Segler und Wintersportler.

Den Thron hatte Harald 1991 nach dem Tod seines Vaters Olav V. bestiegen. Seine große Liebe Sonja heiratete er schon 1968 – obwohl sein Vater lange mit der Beziehung seines Sohnes zu einer Bürgerlichen gehadert hatte. Bei seinen eigenen Kindern war Harald toleranter: Auch sein Sohn Kronprinz Haakon heiratete mit Mette-Marit eine ganz normale Norwegerin. Seine Tochter Märtha Louise ist inzwischen in zweiter Ehe mit dem selbst ernannten Schamanen Durek Verrett verheiratet.
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Nach Tod von König Harald: Zukunft für die norwegische Monarchie
Ohne Harald V. ist unsicher, wohin die norwegische Monarchie steuert. Denn während der König in seinem Land enormen Rückhalt genoss, haben Skandale das Vertrauen in die Kronprinzenfamilie zuletzt stark erschüttert. Kronprinzessin Mette-Marit war wegen ihrer engen Freundschaft zu dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein in die Kritik geraten. Nach dem Tod des Königs wird die 53-Jährige laut Aussagen von Verfassungsrechtlern nicht automatisch Königin – die Entscheidung über ihre Rolle obliegt dem neuen König Haakon.

Mette-Marits ältester Sohn Marius Borg Høiby aus einer früheren Beziehung wurde im Juni unter anderem wegen zweier Vergewaltigungen nach norwegischem Recht zu vier Jahren Haft verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Viele Norweger sind seitdem unsicher, ob Mette-Marit wirklich das Zeug zu einer Königin hat.
jcst mit dpa/afp





