In Japan ist zum ersten Mal seit einem Jahr ein zum Tode verurteilter Mörder hingerichtet worden. Das gab Justizminister Hiroshi Hiraguchi in Tokio nach Vollstreckung des Urteils bekannt. Bei dem Gehängten handelt es sich um einen 58-Jährigen, der wegen der Tötung von fünf Menschen bei einem Brandanschlag auf eine Spielhalle in der westjapanischen Stadt Osaka im Jahr 2009 zur Höchststrafe verurteilt wurde. Er hatte die Spielhalle mit Benzin übergossen und angezündet.

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Es war die erste Hinrichtung unter der nationalkonservativen Ministerpräsidentin Sanae Takaichi, die seit Oktober vergangenen Jahres im Amt ist. Das Gericht wies das Argument der Verteidigung zurück, dass der Täter zum Zeitpunkt der Tat psychisch krank gewesen sei, und verurteilte ihn 2011 zum Tod durch den Strang.

Bei der bis dahin letzten Hinrichtung im Juni vergangenen Jahres war ein Serienmörder exekutiert worden. Der Mann war für den Mord an neun jungen Menschen verurteilt worden. Auch der sexuelle Missbrauch der Opfer und Raub waren ihm zur Last gelegt worden.

Japan, die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt, gehört zu den wenigen Industrieländern, die noch immer an der Todesstrafe festhalten. Unter den G-7-Staaten sind Hinrichtungen nur in Japan und den Vereinigten Staaten rechtlich möglich. Umfragen legen nahe, dass die Todesstrafe in der japanischen Gesellschaft auf breite Zustimmung trifft. Der Anteil der Befürworter einer Abschaffung der Todesstrafe war zuletzt allerdings gestiegen – von neun auf 17 Prozent. Laut offiziellen Angaben warten etwa 100 verurteilte Straftäter in Japan auf ihre Hinrichtung. Den genauen Zeitpunkt der Hinrichtung erfahren die Häftlinge erst am Morgen der Vollstreckung..

aino mit dpa