Der Schreck sitzt vielen Urlaubern in Tignale am Westufer des Gardasees noch in den Knochen. Nach mehr als 13 Stunden Löscharbeiten ist ein großer Waldbrand in der Gegend unter Kontrolle. Rund 200 Menschen, die in der Nacht vorsorglich ihre Häuser und Unterkünfte verlassen mussten, konnten wieder zurückkehren. Nach ersten Schätzungen wurden etwa 4500 Quadratmeter Wald zerstört.

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Zu den Evakuierten zählen mehrere Deutsche. „Meine Eltern wohnen in einem der Häuser neben dem Residence, für das eine Evakuierung angeordnet wurde. Das Letzte, was sie mir geschrieben haben, war: ‚Wir packen gerade unsere Koffer‘, und seitdem habe ich nichts mehr von ihnen gehört. Falls jemand Neuigkeiten hat oder weiß, wohin die Evakuierten gebracht wurden, lasst es mich bitte wissen!“, schreibt Maike K. auf Facebook und sucht besorgt nach Informationen über ihre Eltern.

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Waldbrand am Gardasee (Italien): Löschflugzeuge im Einsatz

Zur Eindämmung der Flammen waren am Samstag zwei Canadair-Löschflugzeuge und zwei Hubschrauber im Einsatz. Die Maschinen pendelten seit dem frühen Morgen zwischen dem Gardasee und den Berghängen. Die Canadair nahmen nach Angaben von Bürgermeister Daniele Bonassi Wasser vom See auf und warfen es über den Waldgebieten ab. Der erste Abwurf erfolgte gegen 7.22 Uhr. Im weiteren Verlauf sollte ein drittes Canadair aus Olbia zur Verstärkung hinzukommen.

Am Boden waren rund 50 freiwillige Helfer der Waldbrandbekämpfung sowie Feuerwehrleute im Einsatz. Die Helfer kamen aus fünf Einsatzgruppen der lokalen Berggemeinschaft. Das Feuer war am Freitagabend gegen 21 Uhr im Bereich Forca nahe mehreren Wohnhäusern ausgebrochen. Die Flammen breiteten sich in einem trockenen Waldgebiet mit überwiegend harzreichen Bäumen aus. Starker Wind, die hohen Temperaturen der letzten Wochen und die Trockenheit der vergangenen Wochen erschwerten die Löscharbeiten und begünstigten die Ausbreitung des Feuers.

„Obwohl es in weiten Teilen der Provinz in der Nacht stark geregnet hat, ist hier kein Tropfen gefallen“, klagt Bürgermeister Bonassi. Er dankte den Einsatzkräften von Feuerwehr, Zivilschutz, Polizei und Forstbehörden für ihren Einsatz bei der Evakuierung und Brandbekämpfung. Verletzte wurden nicht gemeldet. Die Brandfläche wird derzeit genauer erfasst. Die endgültige Größe der zerstörten Waldfläche soll nach Abschluss der Löscharbeiten und Untersuchungen feststehen.

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Ursache für Waldbrand am Gardasee noch nicht geklärt

Die Ursache des Feuers war zunächst nicht geklärt. Nach ersten Einschätzungen wird eine versehentliche Entstehung für wahrscheinlicher gehalten als Brandstiftung. Die Einsatzkräfte kontrollieren das Gebiet weiter auf mögliche Glutnester und arbeiten an der endgültigen Sicherung des Geländes. In der Gegend um Tignale hatte es bereits in der Vergangenheit größere Waldbrände gegeben. Zuletzt war vor etwa fünf Jahren in demselben Gebiet ein Feuer ausgebrochen.

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In Italien tobten zuletzt mehrere Brände. Besonders betroffen sind die Regionen im Süden des Landes wie Kalabrien, Apulien oder die großen Inseln Sizilien und Sardinien. Die Ausbreitung der Brände wird in den Sommermonaten begünstigt durch Hitzewellen mit Trockenheit und den für das Gebiet üblichen Schirokko-Wind. Oft ist jedoch auch Brandstiftung der Grund für die Brände. Der italienische Zivilschutz und die Feuerwehr starten jährlich vor dem Sommer Kampagnen, um die Bevölkerung für die Waldbrandgefahr zu sensibilisieren. In diesem Jahr haben die Behörden nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre aufgerüstet: Neue Löschflugzeuge und -hubschrauber sowie weiteres schweres Gerät wurden angeschafft. Außerdem setzen die Einsatzkräfte vermehrt Drohnen ein, um die gefährdeten Gebiete im Blick zu behalten. In einigen Gegenden wurde zudem das Hydranten-Netz zur Wasserversorgung ausgebaut.

dpa/day