Zwei Monate nach dem Angriff eines ausgebrochenen Tigers in Sachsen ist ein 72-Jähriger gestorben. Der Mann starb bereits am Freitag in einem Krankenhaus, wie die Staatsanwaltschaft Leipzig am Dienstag mitteilte. Er war am 17. Mai auf dem Gelände einer privaten Tigerhaltung im Schkeuditzer Ortsteil Dölzig von einem entlaufenen Raubtier angegriffen und schwer verletzt worden.

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Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung durch Unterlassen und ordnete eine Obduktion des Leichnams an. Ergebnisse lagen demnach noch nicht vor.

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Der entlaufene Tiger war von alarmierten Einsatzkräften der Polizei erschossen worden, nachdem sie ihn an einer Gartenanlage in Dölzig entdeckt hatten. Medienberichten zufolge handelt es sich bei der Halterin um eine frühere Zirkusdompteurin, deren Betrieb schon länger umstritten ist. Der 72-Jährige hielt sich nach damaligen Polizeiangaben „berechtigt“ im Gehege auf.

Halterin der Tiger: „Habe nichts falsch gemacht“

In der Anlage hatten noch acht weitere Raubkatzen gelebt. Nach wochenlangen Diskussionen wurden sechs Tiere inzwischen in eine Auffangstation nach Spanien gebracht, weil das Areal nach Angaben des Landratsamtes Nordsachsen für die Anzahl der Tiger zu klein sei.

Die ehemalige Dompteurin und Halterin der Anlage hatte keine Erklärung dafür, wie es zu dem Ausbruch kommen konnte. „Ich habe nichts falsch gemacht. Meine Helfer sind zu 100 Prozent instruiert. Ich verstehe nicht, was hier passiert ist“, hatte sie gesagt. Bei dem Vorfall war sie selbst nicht vor Ort.

fmg/AFP/dpa