Ein Fisch bereitet Griechenlands Fischern seit Jahren große Probleme. Der Hasenkopf-Kugelfisch frisst den Fang aus den Netzen, beschädigt die Ausrüstung und breitet sich im Mittelmeer immer weiter aus. Jetzt will die Regierung gegensteuern: Berufsfischer erhalten künftig Geld, wenn sie die Tiere fangen.

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Zunächst gilt das Programm für Fischer rund um Kreta und in der südlichen Ägäis. Für jedes gefangene Kilogramm Hasenkopf-Kugelfisch zahlt der Staat 5,33 Euro. Fischereiverbände begrüßen die Maßnahme.

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Eingewandert und kaum aufzuhalten

Der Hasenkopf-Kugelfisch stammt ursprünglich aus dem Indischen Ozean und dem Pazifik. Über den Suezkanal gelangte er ins Mittelmeer, wo er 2003 erstmals nachgewiesen wurde. Dort findet er nur wenige natürliche Feinde und kann sich deshalb schnell vermehren.

Nach Einschätzung des Griechischen Zentrums für Meeresforschung sprechen wissenschaftliche Modelle dafür, dass die invasive Art heimische Fischbestände unter Druck setzt. Zwar gibt es bislang nur wenige gezielte Untersuchungen zu den Folgen für die Artenvielfalt, doch der Fisch gilt als sehr anpassungsfähig.

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Scharfe Zähne, giftiges Fleisch

Für Fischer ist der Hasenkopf-Kugelfisch gleich doppelt problematisch. Mit seinen kräftigen, schnabelartigen Zähnen beißt er Netze auf und frisst den Fang. Beim Entfernen aus den Netzen kommt es immer wieder zu schmerzhaften Bissverletzungen.

Hinzu kommt: Der Fisch ist giftig und darf nicht gegessen werden. Er enthält das Nervengift Tetrodotoxin, das auch durch Kochen nicht unschädlich wird.

Für Badegäste sehen Fachleute dagegen nur ein geringes Risiko. Dem Griechischen Zentrum für Meeresforschung ist bislang lediglich ein Fall bekannt, bei dem ein Badender von einem Hasenkopf-Kugelfisch gebissen wurde. Er ereignete sich im Jahr 2022. Außerdem wurden fünf ausländische Seeleute vergiftet, nachdem sie den Fisch gefangen und gegessen hatten. Keiner von ihnen starb.

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Vorbild Türkei

Mit der Fangprämie will Griechenland die Art zwar eindämmen, aber nicht ausrotten. Das sei nicht möglich, betonte der griechische Minister für ländliche Entwicklung und Ernährung, Margaritis Schinas. Ziel sei es vielmehr, die Bestände – vor allem während der Laichzeit – zu begrenzen und gleichzeitig die Berufsfischer zu entlasten.

Orcas, Haie und Tiere im Meer

Ein ähnliches Programm gibt es bereits in der Türkei. Nach Angaben des dortigen Landwirtschafts- und Forstministeriums wurden im vergangenen Jahr rund 290.000 Hasenkopf-Kugelfische gefangen. Schätzungen zufolge konnten dadurch etwa 22 Millionen weitere Tiere verhindert werden.

Trotzdem macht sich die griechische Regierung keine Illusionen. Der Hasenkopf-Kugelfisch werde sich nicht mehr aus dem Mittelmeer verdrängen lassen. Es gehe nun darum, seine Ausbreitung möglichst zu bremsen und die Folgen für Fischerei und Ökosystem zu begrenzen.