Wie genau konnte es zu dem Tauchunglück auf den Malediven kommen, bei dem in der vergangenen Woche fünf Italiener und ein Rettungstaucher ihr Leben gelassen haben? Eine Theorie hat nun ein Team von finnischen Höhlentauchern. Sie arbeiten für die Taucherorganisation DAN Europe und haben die Situation vor Ort analysiert.

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Zum Verhängnis könnte den Tauchern eine fatale Sichttäuschung unter Wasser geworden sein, wie DAN-Europe-CEO, Laura Marroni, der italienische Zeitung „La Repubblica“ erklärte. Die Experten gehen davon aus, dass das Taucherteam zunächst in eine Höhle in ungefähr 50 Meter Tiefe hinabstieg. Von dort aus, so die Vermutung, tauchten die Italiener weiter in eine zweite Kammer.

Um nach dem Besuch dieser zweiten Kammer zurückzukehren und die Höhle zu verlassen, erklärte Marroni der Zeitung, müsse man denselben Gang wieder betreten. Und hier liege die Schwierigkeit: Aus der Perspektive der Taucher, wie auch die Finnen feststellen mussten, wirkte die Erhebung an dieser Stelle irreführend; sie sehe fast wie eine Wand aus und sei nicht eindeutig als Ausgang zu erkennen. Links davon befand sich ein weiterer Gang von einigen Dutzend Metern Länge, der aber in eine Sackgasse führte.
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Die Leichen der Taucher wurden alle im Inneren gefunden, als hätten sie den Eingang irrtümlich für den richtigen gehalten, aber „es gab keinen Ausweg“, sagt Marroni. Falls sie, wie einige Details nahelegen, diesen Gang irrtümlicherweise für den Ausgang gehalten hatten, „wäre die Rückkehr sehr schwierig gewesen, insbesondere mit ihrem begrenzten Luftvorrat.“

Die Taucher benutzten laut Marroni alle Standardflaschen mit einem Fassungsvermögen von etwa zwölf Litern. Das bedeutet, dass sie in dieser Tiefe nur sehr wenig Zeit hatten, die zweite Höhle zu erkunden. „Wir sprechen von zehn Minuten, vielleicht sogar weniger“, sagt die Tauchexpertin. „Zu merken, dass man falsch ist und einem die Luft ausgeht, vielleicht nach mehreren Umwegen, ist furchterregend. Dann atmet man schnell, und die Luft wird knapp.“
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Inzwischen hat sich auch die Staatsanwaltschaft in Rom in die Ermittlungen eingeschaltet. Nach Angaben der Behörden sollen die Leichen in den kommenden Tagen aus der Inselhauptstadt Malé nach Italien gebracht werden, wo sie obduziert werden sollen. Unter den Todesopfern ist auch eine bekannte Meeres-Expertin und Professorin an der Universität Genua. Die Gruppe war mit einem kommerziellen Schiff zu einem Ausflug gestartet.
Zu dem Unglück kam es in der Nähe der Insel Alimathaa im Vaavu-Atoll. Die Malediven sind ein kleiner Inselstaat im Indischen Ozean südwestlich von Sri Lanka. Mit ihren weißen Sandstränden ziehen sie Urlauber aus aller Welt an. Auch für Schnorchler und Taucher sind die Malediven und ihre Korallenriffe ein beliebtes Ziel.
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