Die Meuterei auf der „Havmanden“ zählt zu den blutigsten Kapiteln der dänischen Seefahrtsgeschichte. Nach dem Aufstand sank das Schiff in der Nähe der schwedischen Insel Risö nördlich von Göteborg. Das in flachem Wasser entdeckte Wrack wird derzeit von einem Team aus Meeresarchäologen des National Museum of Denmark sowie des Bohusläns Museum untersucht. Die Forscher erhoffen sich von den Analysen neue Erkenntnisse über die Hintergründe und den Verlauf der historischen Meuterei.
Neue Erkenntnisse zur Meuterei: Wrack wird umfassend untersucht
Das Wrack wurde von Tauchern vor der schwedischen Küste entdeckt und soll nun eingehend wissenschaftlich untersucht werden. Andreas Kallmeyer Bloch, Kurator am National Museum of Denmark, betonte, dass insbesondere persönliche Gegenstände von großem Interesse seien. Sie ermöglichten Einblicke in das Leben der Menschen an Bord und in die dramatischen Ereignisse rund um den Untergang des Schiffes. Auch wollen sich die Wissenschaftler mit den Vorgängen nach dem Untergang befassen, besonders mit der späteren Bergung einzelner Wrackteile. Über die aktuellen wissenschaftlichen Arbeiten an der „Havmanden“ berichtet „The Age of Exploration“.
Die Ereignisse der Meuterei wurden einst von Simon Braad, einem jungen Mitglied der Besatzung, schriftlich festgehalten. Der Historiker Johan Heinson entdeckte diesen Bericht im dänischen Nationalarchiv und nutzte ihn, um den Ablauf der Geschehnisse teilweise zu rekonstruieren. Von den laufenden Untersuchungen erhoffen sich Historiker zusätzliche Erkenntnisse und eine präzisere historische Einordnung.
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Im Gespräch mit „Videnskab“, einem dänischen Wissenschaftsportal, verwies der Schifffahrtshistoriker Asger Nørlund Christensen auf die besondere Bedeutung des Falls innerhalb der dänischen Marinegeschichte. Zwar habe es mehrere Meutereien gegeben, doch die Ereignisse auf der „Havmanden“ gelten als eines der gewalttätigsten und spektakulärsten Beispiele. Um das Wrack langfristig zu sichern und vor weiterer Zerstörung zu schützen, soll noch im Laufe dieses Jahres eine spezielle Schutzabdeckung installiert werden.
Brutale Meuterei geht in die Geschichte ein
Die Meuterei auf der „Havmanden“ ereignete sich im Januar 1683 während einer Reise in die Karibik zur Insel Saint-Thomas, der ersten dänischen Kolonie in der Region. Als sich das Schiff seinem Ziel näherte, kam es zu einem gewaltsamen Aufstand unter der Führung des Gefangenen und ehemaligen Seemanns Jochum Gulliksen sowie des deutschen Seefahrers Hans Biermann. Im Verlauf der Meuterei wurden Iversen Dyppel, seine Ehefrau, Kapitän Blom sowie mehrere weitere Offiziere getötet oder über Bord geworfen.
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Als Auslöser der Ereignisse gilt nach historischen Berichten insbesondere die schlechte Versorgungslage an Bord. Eine Ansprache von Iversen Dyppel verschärfte offenbar die Spannungen sowohl unter den Sträflingen als auch innerhalb der unzufriedenen Besatzung. In der darauffolgenden Eskalation wurde Kapitän Blom erschossen, während Dyppel, seine schwangere Ehefrau und mehrere weitere Offiziere ins Meer geworfen wurden.

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Nach dem Aufstand versuchte die Besatzung, mit dem Schiff nach Skandinavien zurückzukehren. Die „Havmanden“ lief jedoch auf Grund. Zwar gelang den Meuterern zunächst die Flucht an Land, sie wurden jedoch kurze Zeit später von den örtlichen Behörden festgenommen.
In einem anschließenden Prozess in Kopenhagen wurden neun Beteiligte zum Tode verurteilt. Besonders grausam fiel die Strafe gegen Hans Biermann aus, dessen Leichnam nach der Hinrichtung öffentlich auf einem Rad und einem Turm zur Schau gestellt wurde.








