Vier Meter hoch und dick und breit und knallpink sitzt er da. Der Elefant im Raum in Halle A4 des OMR Festivals. Der pinkfarbene Elefant macht auf das aufmerksam, was bei allem Skalieren, Wertschöpfen und Karrieremachen oft hinten runterfällt: Krebs am Arbeitsplatz. Hinter dem Stand mit dem pinken Monstrum steckt yeswecan!cer. Die gemeinnützige GmbH will mit ihrer neuen Kampagne YES!@WORK unmissverständlich zeigen: Krebs macht nicht an der Bürotür halt.

Jeden 2. Sonntag
Ein FUNKE Liebe
Alle zwei Wochen sonntags: Antworten auf Beziehungsfragen – ehrlich, nah und alltagstauglich.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Yeswecan!cer wurde vor sieben Jahren von Krebsbetroffenen gegründet. Als Soundingboard-Mitglied engagiert sich auch Funke-Verlegerin Julia Becker (auch das Hamburger Abendblatt gehört zur Funke Mediengruppe) öffentlichkeitswirksam für Europas größte digitale Selbsthilfegruppe. Und deshalb trommelt die Verlegerin bei der diesjährigen OMR in Hamburg ganz prominent auf der großen Conference Stage für die Initiative. „Das Thema Krebs gehört als Volkskrankheit in die Mitte der Gesellschaft“, plädiert Becker.
Krebs am Arbeitsplatz: Initiative YES!@WORK stärkt Betroffene und deren Kollegen
„Es sind nicht ,die Alten‘ oder ,die anderen‘, die an Krebs erkranken. Das sind Menschen, die mitten im Leben stehen, die mitten im Arbeitsalltag stehen“, sagt die Funke-Verlegerin im Gespräch mit Moderator Kai Pflaume auf der Bühne. YES!@WORK engagiert sich als Initiative, um möglichst vielen weiteren Partnerunternehmen zu helfen, mit dem Thema Krebs am Arbeitsplatz umzugehen.

„Wir tragen Verantwortung für die Menschen, die für uns arbeiten, in einer solchen Situation auch ein Anker zu sein, ein Zuhause“, so Becker. „Es gilt, Vertrauen zu schaffen und in Krisenzeiten die Verlässlichkeit: ,Ich bin nicht allein.‘“
Krebs macht nicht vor der Bürotür halt – YES!@WORK will Tabu brechen
Rund 500.000 Menschen erkranken in Deutschland jedes Jahr neu an Krebs. Ein Drittel von ihnen ist im erwerbsfähigen Alter, sagt Becker. Unternehmen sind also längst damit konfrontiert – nur selten vorbereitet. YES!@WORK bietet seinen Partnern Hilfestellung im Umgang mit erkrankten Mitarbeitern, dazu gehören Seminare für Führungskräfte, Unterstützung in der Kommunikation nach innen und außen und die Ausbildung von „Cancer-Guides“. „Es gibt ja auch Ersthelfer oder Brandschutzhelfer in Unternehmen“, begründet Friederike Koenig von yeswecan!cer. Die Cancer-Guides fungieren als Vermittler zwischen Erkrankten und Kollegen, Führungskräften, Arbeitsalltag.

Wie wichtig es ist, das Tabu über Krebs am Arbeitsplatz zu brechen, weiß Daniela Fahl. Selbst bei der Funke Mediengruppe beschäftigt, bekam sie im Jahr 2023 ihre Brustkrebsdiagnose – nachdem ihre Schwester an der Erkrankung bereits gestorben war. Heute ist Daniela Fahl in Vollremission, also tumorfrei. Und sie engagiert sich für YES!@WORK. „Ich sehe meine eigene Erkrankung als Auftrag zur Aufklärung“, sagt Fahl. „Wenn mein Überleben für eine Sache gut sein soll, dann hierfür. Das ist mein Herzensauftrag.“
Krebs und Karriere? Die Krankheit „ist ja so ein bisschen wie ein Unfall“
Fahl betont die Unsichtbarkeit der Ängste, Traumata und Spätfolgen, die mit einer Krebserkrankung einhergehen können, auch nach der Heilung. „Es geht oftmals auch um Leistungsträger, die unverschuldet erkranken, die Angst haben, Schwäche zu zeigen und durchs Raster zu fallen“, sagt sie. Zugleich sei die Rückkehr an den Arbeitsplatz für viele Krebserkrankte eines der größten Ziele. Umso wichtiger die Unterstützung aus dem Team. Der Erkrankte darf weder überfordert noch wie ein rohes Ei behandelt werden – und dafür braucht es Kommunikation auf Augenhöhe.
„Krebs ist ja so ein bisschen wie ein Unfall“, sagt Daniela Fahl. „Es kann jeden jederzeit erwischen.“ Der erste Schritt in die richtige Richtung: über Krebs sprechen. Dafür setzt sich YES!@WORK ein. Neben FUNKE gehören zu den Gründungsmitgliedern das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim, der Werber Publicis (deren Kreativagentur Saatchi & Saatchi sich auch für den pinkfarbenen Elefanten verantwortlich zeichnet) und die mkk-Krankenkasse.





