Es ist nicht unbedingt das Thema, das man aus dem Hause Maffay erwartet: Hendrikje Balsmeyer veröffentlicht jetzt mit Unterstützung ihres Mannes Peter Maffay ein Buch, das Kinder und ihre Eltern für die Autoimmunerkrankung Zöliakie sensibilisieren will. Im Interview erklären die 39-jährige Autorin und der 76-jährige Musiker die Hintergründe – und außerdem, wie die Familie mit dem Ende seiner großen Tourneen umgeht und wie sie ihrer siebjährigen Tochter den Weg durchs Leben ebnen wollen.

 Wie kommt es dazu, dass Sie sich in „Der unerwünschte Gast“ dem Thema Zöliakie widmen?

Hendrikje Balsmeyer: Wir haben in unserem Umfeld verschiedene Menschen kennengelernt, die an Zöliakie leiden – einer Krankheit, bei der der Dünndarm durch Gluten geschädigt wird. Lou, die Heldin unseres Buches, die von einer Freundin unserer Tochter inspiriert ist, kann damit relativ gut umgehen. Aber es gibt Kinder, die aus ihrem Freundeskreis ausgeschlossen werden, weil die Leute Angst haben, im Umgang mit ihnen Fehler zu machen.

In unserem weiteren Bekanntenkreis gab es einen Jungen, der deshalb sogar geäußert hat, dass er nicht mehr leben möchte. Als ich das erfahren habe, habe ich mir vorgenommen, Aufklärung zu schaffen. Denn das Schlimmste bei der Krankheit ist die Unwissenheit und entsprechendes Unverständnis im Umfeld. Dabei lässt sie sich eigentlich gut in den Griff bekommen.