Kehrt nach den Folgen des Iran-Krieges und der Airline-Streiks nun die „Normalität“ in den Prozess um Kindesentführung gegen Christina Block, Gerhard Delling und fünf Mitangeklagte ein? Beobachter fragen sich, ob es je eine gegeben hat. Das Verfahren vor dem Landgericht Hamburg hat mit seinen Irrungen und Wendungen und vor allem den äußeren Einflüssen einen eigenen „Standard“ gesetzt. Das wurde am Montag am Prozesstag 44 umso deutlicher.
Zudem saßen bereits die als mutmaßliche Entführerchefs der Block-Kinder Klara und Theo gesuchten David B. und Keren T. anstatt auf der Anklagebank für außergerichtliche Aussagen bei der Staatsanwaltschaft Hamburg. Und nach B. wird auch T. demnächst den Saal 237 des Strafjustizgebäudes von innen sehen – als Zeugin. Der von seinen Mit-Kidnappern bestenfalls als „Praktikant“ beschriebene Jonathan C. äußerte sich im Abendblatt. Nach Hamburg dürfte er wegen eines gültigen Haftbefehls vorerst nicht kommen. Ihm wurde anders als B. und T. das freie Geleit verwehrt.
Christina Block: Was geschah nach der Entführungsnacht in ihrem Haus in Ohlsdorf?
So sagte am Montag (20. April) erneut eine Polizistin aus – eine besondere für den Fall Block. Das taten bereits ihre Hamburger Kolleginnen zu der Frage, wie sich die Situation in den Strafverfolgungsbehörden und am Haus von Christina Block in Ohlsdorf nach der Entführungsnacht Neujahr 2024 darstellte. Doch diese Beamtin B. ist eine, die sich mit dem Fall Block intensiv befasste. Sie ist die Hauptermittlerin und war zum Beispiel auch bei den zunächst klandestinen Aussagen der Israelis bei der Staatsanwaltschaft dabei.


