Bereits in der vergangenen Woche hatte Mediamarkt-Mitbegründer Walter Gunz mit seinen Rettungsplänen für den gestrandeten Ostsee-Wal Timmy für Aufsehen gesorgt – allerdings wurde sein Eilantrag zur Rettung abgelehnt. Doch nun haben er und seine Mitstreiter überraschend grünes Licht von der Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern bekommen.

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Geplant ist, das Tier in Kürze auf einer Plane zwischen zwei Pontons zu lagern und so zu transportieren. Ein Schlepper soll die Pontons anschließend bis in die Nordsee und den Atlantik bringen, wo der Wal schließlich freigelassen werden soll. Doch die Rettung ist umstritten. Und wie kommt es, dass ausgerechnet ein Unternehmer wie Gunz sich einschaltet?

Mediamarkt-Mitbegründer Walter Gunz: Wird er Timmy retten?

„Ich war von Anfang an betroffen, aber hab mir gedacht, ich kann nicht helfen“, erklärte Gunz gegenüber dem Sender News5. Er schilderte, dass die Initialzündung erst durch den Anruf einer befreundeten Journalistin kam. „Dann bin ich plötzlich als der Retter der Nation erschienen, obwohl ich vom Typ her eigentlich überhaupt kein Held bin“, sagte er der dpa. Zugleich dämpfte Gunz allzu hohe Erwartungen. Angesichts des angeschlagenen Gesundheitszustands des Wals und der Ungewissheit, ob dieser ausreichend mobilisiert werden könne, sei ein Gelingen keineswegs garantiert. „Wenn Sie 14 Tage im Krankenhaus liegen, können Sie auch nicht losrennen.“

Bisher war Walter Gunz nicht als Tierschützer bekannt. Der am 19. Juli 1946 in München geborene Unternehmer gründete gemeinsam mit Leopold Stiefel sowie Helga und Erich Kellerhals 1979 die Elektronikhandelskette Mediamarkt. Als Geschäftsführer prägte er den legendären Slogan „Ich bin doch nicht blöd“.

Nach seinem Ausstieg 1999 und dem vollständigen Anteilsverkauf 2000 verfügte er laut „Manager Magazin“ Stand 2013 über ein geschätztes Vermögen von rund 600 Millionen Euro. In den folgenden Jahren war er unter anderem als Vorstandsvorsitzender der Bild. T-Online AG & Co. KG sowie von 2005 bis 2008 als Geschäftsführer der Axel Springer E-Commerce GmbH tätig. Heute lebt er abwechselnd am Tegernsee und in Marrakesch.

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Karin Walter-Mommert setzt sich ebenfalls für die Rettung von Wal Timmy ein.© imago/Marius Schwarz

Rettungsversuch birgt Risiken für den Wal

Doch nicht nur Gunz will den Wal nicht aufgeben: Hinter dem privaten Rettungskonzept stehen neben dem Mediamarkt-Mitbegründer unter anderem auch die Unternehmerin Karin Walter-Mommert, die aus dem Pferdesport bekannt ist. „Wir haben keine Chance, aber wir ergreifen sie“, sagte sie der dpa.

Sie wüssten, dass der Wal beim Rettungsversuch sterben könne. „Aber lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.“ Dann sei das die Natur. „Aber dieser Zustand jetzt ist für ganz Deutschland, für Menschen mit Empathie und Herz, unerträglich anzusehen.“ Weiter erklärte Walter-Mommert gegenüber der „Bild“: „Wir wissen nicht, wie es enden wird – aber wir sind guter Hoffnung. Er wird seine Freiheit finden – im Himmel oder auf hoher See.“

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Über die zu erwartenden Kosten der Aktion, die Gunz gemeinsam mit der Unternehmerin Karin Walter-Mommert trägt, hielt sich Ersterer bedeckt. Eine genaue Einschätzung der finanziellen Dimension sei ihm nicht möglich, so Gunz. Allerdings werde das Vorhaben „schon nicht 100 Millionen kosten“. Und weiter: „Die Leute denken immer zu viel an Geld. Man darf sich da nicht verkrampfen. Geld ist eine Energie, und man muss sorgfältig damit umgehen“, betonte er.

Schlepper sollen den Wal in den Atlantik bringen

Organisationen wie Greenpeace und das Deutsche Meeresmuseum gaben nach der Erteilung der Genehmigung für die Aktion zu Protokoll, dass sie nicht in die Vorbereitungen einbezogen wurden. Die Fachleute empfahlen, den Wal in Ruhe sterben zu lassen, um ihm unnötigen Stress und Leid zu ersparen.

In Anbetracht dieser Empfehlung äußerte Gunz seine Überzeugung, dass er gemeinsam mit einem „großartigen Team“, das aus Experten für Walpflege bestehe, alle notwendigen Vorkehrungen getroffen habe, um das Risiko dieser belastenden Erfahrungen auf ein Minimum zu reduzieren. Gunz gibt sich also kämpferisch: Ohne die Aktion werde Wal Timmy in jedem Fall sterben. „Wenn man was versucht, dann hat man zumindest die Chance, dass man ihn rettet“, erklärte er gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Und weiter: „Mehr als einmal sterben kann er ja nicht.“