Es ist 305 Jahre her, da traf ein gewaltiger Sturm die Nordseeinsel Helgoland. Die sogenannte Neujahrsflut 1721 riss die Hochseeinsel in der Deutschen Bucht in Stücke. Als das Wasser ablief, hatte der Blanke Hans Häuser ins Meer gerissen, den Wall aus Kreide und Sand fortgespült und die Reste des Witte Kliff, des Kreidefelsens der Düne, geraubt. Fortan bestand Helgoland aus zwei Teilen: dem Buntsandsteinfelsen mit seiner spektakulären Steilküste und der Düne. Inzwischen trennt die beiden Inseln fast ein Kilometer.
Aber das muss nicht so bleiben. Denn Thorsten Pollmann, seit drei Jahren Bürgermeister auf Helgoland, hat eine alte Idee wieder aus der Schublade geholt: Er schlägt vor, mit einer Sandaufspülung die Düne mit der Hauptinsel zu verbinden. „Wir stehen vor massiven Herausforderungen. Das ist mit keiner anderen Insel und erst recht nicht mit dem Festland vergleichbar.“ Gleich drei Probleme treiben den parteilosen Bürgermeister um, die mittels der Aufspülung lösbar sein könnten: Auf der Insel fehlt es an Wohnraum, es fehlt an Gästebetten – und Investitionen sowie Flutschutz sind kaum noch finanzierbar.
Helgoland: Viele Häuser und die Infrastruktur sind Sanierungsfälle
„Ich als Bürgermeister muss sagen: Wir sollten die Idee der Aufschüttung noch einmal prüfen – damit könnten wir alle Probleme auf einen Schlag lösen.“ Besonders treiben Pollmann die galoppierenden Infrastrukturkosten um. Die Insel, nach den Bombardements und der größten nichtnuklearen Sprengung durch die Briten nach dem Krieg verwüstet, wurde in den Fünfzigerjahren wiederaufgebaut. Sieben Jahrzehnte später sind nicht nur manche Häuser Sanierungsfälle, sondern auch die Infrastrukturbauwerke.



