Erst ein heller Lichtstreif am Firmament, dann fallen Brocken auf die Erde: Der am Sonntagabend im Westen Deutschlands gesichtete Meteorit hat das Interesse der Anwohner im rheinland-pfälzischen Koblenz geweckt. Dort rauschte ein nur wenige Zentimeter großer Brocken durch ein Hausdach und hinterließ ein fußballgroßes Loch. Verletzt wurde niemand. Der Vorfall hatte sofort sogenannte Meteoriten-Jäger auf den Plan gerufen.

Meteoriten-Jäger Monter reist nach Deutschland

Das Himmelsspektakel hatte in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz aber zunächst für etliche Notrufe gesorgt. Viele Anwohner befürchteten wohl, es könne sich um eine Rakete handeln. Das konnte die Polizei aber schnell ausschließen. Gesichtet wurde das Ereignis auch in Nordrhein-Westfalen, Hessen und dem Saarland.

Auch interessant

Dass ein Meteorit entsteht – so nennt man Meteoroiden, die die Erde erreichen –, kommt nur etwa zehnmal pro Jahr vor. Das berichtet der Franzose Thierry Monter gegenüber der „Bild“-Zeitung. Der 62-Jährige ist ein Meteoriten-Jäger, sammelt die Gesteinsbrocken, um sie an Museen weiterzugeben und mit anderen Sammlern zu tauschen. Monter machte sich sofort auf den Weg nach Deutschland, um ein paar Stücke des Meteoriten zu ergattern.

Wertvolle Meteoriten: Sammler gibt Funde an Museen zur Analyse ab

Und er hatte Glück: Einige kleine Teile des grauen Gesteins durfte er auf dem Grundstück der Hausbesitzer einsammeln und mitnehmen. Aber wem gehört das galaktische Gestein eigentlich? Monter erklärt: „In Deutschland gehören die Meteoriten dem Besitzer des Grundstückes. Den habe ich gefragt, ob ich das mitnehmen darf. In Frankreich gehört es dem, der es findet. Die Rechtslage ist in Europa unterschiedlich.“

Der Franzose betont, dass er mit den kleinen Steinchen kein Geld machen will. Er wolle sie zur Pflege seiner Sammelleidenschaft behalten. Einige davon würde er jedoch an Museen zur weiteren Untersuchung geben. Denn was das Gestein wert ist, hängt stark davon ab, woraus es besteht und woher es stammt.

Asteroid Vesta?: Funde könnten bis zu 50 Euro pro Gramm wert sein

„Meiner Meinung nach handelt es sich vermutlich um Stücke vom Asteroiden Vesta, dem zweitgrößten Körper im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Sein Wert dürfte nach meiner Einschätzung bei bis zu 50 Euro pro Gramm liegen“, so der Meteoriten-Jäger. Um das zu belegen, müssen die Funde von der IMTA (International Meteorite Collectors Association) zertifiziert sein. Stücke von Vesta werden zwischen 10 und 50 Euro gehandelt.

Lichtspektakel - Teile eines Meteoriten beschädigen Häuser
Gesichtet wurde die Lichterscheinung, die sich später als Meteorit herausstellte, unter anderem in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Baden-Württemberg.© Thomas Frey/dpa | Thomas Frey

Thierry Monter ist eigentlich Grafikdesigner, begann aber einst ein Studium der Astrophysik, wechselte jedoch sein Studienfach für die Kunst. Seine Abenteuerlust begann, als er erfuhr, dass man Funde auf französischem Boden behalten darf. Unterwegs ist er in vielen Teilen der Erde. Jährlich reist er Tausende Kilometer durch die Gegend, war schon bis nach Nordafrika unterwegs und viermal in Deutschland. „Erst letztes Jahr habe ich in Ribbeck in Brandenburg nach Stücken gesucht.“

Doch seine Reisen sind längst nicht immer von Erfolg gekrönt. Die Suche nach den manchmal nur noch wenige Zentimeter oder Millimeter großen Brocken ist mühselig. Gelangt der Meteorit in die Atmosphäre, zerfällt er in tausende Teile. In den allermeisten Fällen kehrt der Meteoriten-Jäger deshalb mit leeren Händen zurück.