Sie werden als „Hacktivisten“ bezeichnet, also politisch motivierte Hacker, die Cyberattacken zu Propagandazwecken durchführen. Und sie sind der Schreck der italienischen Sicherheitskräfte, die für den reibungslosen Verlauf der am Freitag beginnenden Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina zuständig sind. Das sportliche Großevent hat offiziell noch nicht begonnen, doch „Hacktivisten“ setzen Italien bereits unter Druck.

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Der italienische Außenminister Antonio Tajani berichtete, dass Italien schon mehrere Cyberangriffe auf Einrichtungen des Außenministeriums sowie auf Infrastrukturen im Zusammenhang mit den Olympischen Winterspielen abgewehrt habe. Ziel der Angriffe seien Internetseiten der Olympischen Winterspiele sowie Hotels in Cortina gewesen, sagte Tajani. Er beklagte Cyberattacken „russischer Herkunft“. Betroffen gewesen seien unter anderem diplomatische Vertretungen, darunter auch die italienische Botschaft in Washington, die italienischen Konsulate in Sydney, Toronto und Paris.

Olympische Winterspiele: Warnungen vor Hackerangriffen

Zu den Cyberangriffen bekannte sich die prorussische Hackergruppe Noname057(16). Wie bereits bei früheren Cyberattacken auf italienische Einrichtungen handelte es sich um einen DDoS-Angriff (Distributed Denial of Service), bei dem eine Website durch eine massenhafte Flut von Zugriffsanfragen blockiert wird. Dadurch waren die Online-Dienste der Einrichtungen vorübergehend nicht erreichbar.

„Die proukrainische Politik der italienischen Regierung führt dazu, dass die Unterstützung ukrainischer Terroristen mit unseren DDoS-Raketen bestraft wird“, hieß es in dem Bekennerschreiben von Noname057(16) zu den Cyberangriffen.

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Auf die Risiken während der Olympischen Winterspiele, insbesondere durch Cyberattacken, haben sich die Behörden in Italien frühzeitig vorbereitet. Ein Expertenteam arbeitet gemeinsam mit Fachleuten der Organisatoren der Winterspiele daran, digitale Angriffe auf das Großereignis abzuwehren, das weltweit voraussichtlich rund drei Milliarden Zuschauer erreichen wird, verlautete aus Regierungskreisen in Rom.

Besonders im Fokus stehen die Bereiche Verkehr und Kommunikation, weil Störungen während der Winterspiele weltweit große Aufmerksamkeit erregen würden. Über 6000 Polizisten sollen einen reibungslosen und sicheren Ablauf der Spiele gewährleisten. Für die Wettkampfstätten hat die Staatspolizei ein umfassendes Sicherheitskonzept ausgearbeitet.

Staatspolizei setzt Hundestaffeln und Sprengstoffexperten ein

Versuche, bei Besuchern Angst vor Terror und anderen Gefahren zu schüren, das Ansehen der Spiele zu schädigen oder den Ablauf zu sabotieren, werden angesichts des angespannten internationalen Klimas nicht ausgeschlossen. Bereits während des Fackellaufs durch Italien kam es wiederholt zu Protesten israelkritischer Aktivisten. Aufgrund der umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen und der auf die höchste Stufe angehobenen Terrorwarnung gelten Anschläge jedoch als unwahrscheinlich, berichten Sicherheitsexperten in Rom.

Für die Sicherheit an den Wettkampfstätten setzt die Staatspolizei unter anderem Hundestaffeln und Sprengstoffexperten ein. Diese sorgen für Prävention, führen Kontrollen durch und neutralisieren bei Bedarf Gefahren. Die Einsatzbereiche reichen von öffentlicher Ordnung und Objektschutz über Drogen- und Sprengstoffsuche bis hin zu Rettungseinsätzen.

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Kontroverse um ICE-Mitarbeiter aus den USA

Italien arbeitet zudem eng mit den Sicherheitsbehörden und den Geheimdiensten anderer Länder zusammen. Für Aufregung sorgte die Ankündigung, dass drei Beamte der umstrittenen US-Einwanderungsbehörde ICE während der Winterspiele im amerikanischen Konsulat in Mailand stationiert sein werden. Sie sollen bei Bedarf Informationen an die italienischen Behörden weiterleiten, erklärte Außenminister Antonio Tajani. Die Präsenz der Beamten hatte politische Kontroversen ausgelöst, vor dem Hintergrund landesweiter Proteste in den USA nach den tödlichen Schüssen von ICE-Beamten in Minneapolis.

Es bestehe jedoch kein Anlass zur Beunruhigung, versicherte Tajani. Bei internationalen Großereignissen sei es üblich, dass Staaten Personal zur sicherheitsbehördlichen Zusammenarbeit entsenden. Die ICE-Beamten würden im öffentlichen Raum nicht bewaffnet auftreten. An der Eröffnung der Olympischen Winterspiele im Mailänder San-Siro-Stadion nehmen am Freitag auch US-Vizepräsident J.D. Vance und US-Außenminister Marco Rubio teil.