Dramatische Tage auf den Philippinen. In Cebu City, einer Großstadt im Zentrum des Inselstaates, ist nach tagelangem Dauerregen ein Müllberg ins Rutschen gekommen. Bereits am Donnerstag begruben die Massen an Abfall nahegelegene Häuser, deren Bewohner und Arbeiter der Mülldeponie.

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Die Zahl der Toten liegt im Moment bei acht, mindestens 28 weitere Menschen würden vermisst, bestätigte der Bürgermeister Nestor Archival. „Wir sind weiterhin im Rettungsmodus. Wir hoffen immer noch, dass wir Überlebende finden“, sagte Archival. Die Stadt liegt rund 560 Kilometer südlich der Hauptstadt Manila. 

Hunderte Retter im Einsatz

Ob die Rettungskräfte noch Überlebende finden werden, ist ungewiss. Der AFP hatte ein Feuerwehr-Offizier am Sonntag gesagt, es sei unwahrscheinlich, „dass Menschen da drin noch am Leben sind“, drei Tage, „nachdem Tonnen von Schutt und Müll über ihnen zusammengestürzt sind“.

Mehrere Hundert Einsatzkräfte sind vor Ort, berichtete die BBC. Sie arbeiten mit Baggern und Kränen, Krankenwagen und Feuerwehr-Trucks, um an die Verschütteten zu gelangen.

Wie der Bürgermeister am Freitag in einem Facebook-Post mitteilte, seien die Arbeiten schwierig. Man könne nicht einfach graben, da das Material sehr weich sei. Laut Archival wurden bislang 18 Menschen mit verschiedenen Verletzungen in Krankenhäuser gebracht.

Einsturz einer Mülldeponie auf den Philippinen
Die Such- und Bergungsarbeiten nach vermissten Arbeitern in der eingestürzten Abfallentsorgungsanlage in Binaliw, Cebu City, gehen weiter.© Jacqueline Hernandez/AP/dpa | Jacqueline Hernandez

Immer wieder Beschwerden über Deponie

Rund 50 Arbeiter waren am Donnerstag verschüttet worden, als der circa 20 Stockwerke hohe Müllberg auf der Binaliw-Deponie zusammenbrach. Anwohner hatten sich laut einem Bericht der philippinischen Nachrichtenseite abs-cbn.com schon länger über die privat-geführte Deponie beschwert, unter anderem wegen üblen Gestanks.

Einsturz einer Mülldeponie auf den Philippinen
Familien und Angehörige von vermissten Arbeitern der Deponie warten auf Neuigkeiten.© Jacqueline Hernandez/AP/dpa | Jacqueline Hernandez

Auch der Stadtrat Joel Garganera sprach in der Lokalzeitung The Freeman von unhaltbaren Zuständen und schlechtem Management, das zu dem Unglück geführt haben könnte. Offenbar hatten Arbeiter auf der Deponie nach Rohstoffen im Müll gegraben und dabei einen zweiten Berg aufgehäuft.

Philippinen kämpfen mit Abfallentsorgung

Die Philippinen, ein riesiger Inselstaat mit mehr als 117 Millionen Einwohnern, kämpfen seit Jahren mit massiven Problemen bei der Abfallentsorgung. Offene Deponien gelten insbesondere in ärmeren Wohngebieten als Risiko.

Im Juli 2000 geriet nach tagelangem Starkregen in einem Armenviertel von Quezon City im Großraum Manila ein riesiger Müllberg ins Rutschen. Mehr als 200 Menschen kamen ums Leben, viele weitere Vermisste wurden nie gefunden.

pcl/mit dpa