Im Rahmen der umfangreichen Ermittlungen nach dem spektakulären Einbruch in die Sparkassen-Filiale in Gelsenkirchen-Buer, bei dem mehr als 3000 Schließfächer geplündert wurden und mutmaßlich ein Schaden von mehr als 100 Millionen Euro entstanden ist, durchsuchten Polizisten am Dienstagnachmittag (6. Januar) die Räumlichkeiten der Bank an der Nienhofstraße.

Jeden 2. Sonntag

Ein FUNKE Liebe

Alle zwei Wochen sonntags: Antworten auf Beziehungsfragen – ehrlich, nah und alltagstauglich.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Polizisten fuhren in Zivilfahrzeugen an der Sparkasse vor und wurden vom Sicherheitspersonal, das weiterhin vor der Filiale patrouilliert, durch einen Seiteneingang hereingelassen. In einer knappen Presseerklärung teilten Polizei und Staatsanwaltschaft später mit, dass der Einsatz der Beweissicherung gedient habe. „Ziel der Durchsuchung ist die Sicherstellung von Datenträgern sowie notwendigen Kundendaten. Die Ermittlungen dauern weiter an“, so die Ermittler.

Aus Sicherheitskreisen erfuhr die WAZ, dass Hintergrund der Sparkassen-Razzia der Verdacht auf Weitergabe von Insiderwissen an die Täter ist. Offenbar war die Alarmanlage des Tresorraums nicht eingeschaltet und der Zugang zum benachbarten Archivraum, von dem aus gebohrt wurde, erfolgte durch Nutzung eines achtstelligen Codes.

Eine heiße Spur, die zu den Tätern führen könnte, hat die Polizei nach eigenen Aussagen bisher weiterhin nicht. Es werde in alle Richtungen ermittelt, hieß es zuletzt.

Auch interessant

Einbruch in Sparkasse Gelsenkirchen: Viele Fragen sind noch offen

Einsatzkräfte hatten den Einbruch am 29. Dezember nach einem Alarm der Brandmeldeanlage bemerkt, nachdem bereits am 27. Dezember ein Brandmelder in der Sparkasse Alarm ausgelöst hatte. Die Täter drangen über einen mit einem Rolltor abgetrennten Bereich des angrenzenden Parkhauses in den Parkplatzbereich der Sparkasse ein. Eine von vielen noch unbeantworteten Fragen ist, ob die kriminelle Bande das Rolltor technisch überbrückt hat oder gar im Besitz eines Schlüssel-Chips war, mit dem sich das Tor öffnen lässt.

Ebenfalls keine Auskunft gibt es bisher darüber, wie die Täter von diesem Parkplatz in den Archivraum der Sparkasse gelangt sind, ob sie dafür eine Tür aufbrechen mussten, ob und wie diese gesichert war, oder ob die Einbrecher sich gewaltsam Zugang verschafft haben.

Vom Archivraum aus bohrten die Kriminellen mit einem Spezialbohrer ein großes Loch in den Tresorraum. Die Beutetour zog sich möglicherweise über mehrere Tage hin.