Bei einem Lawinenunglück in der oberen Valle Maira in den Alpen der norditalienischen Region Piemont ist am Freitag eine deutsche Bergsteigerin ums Leben gekommen. Das Unglück ereignete sich oberhalb der Ortschaft Acceglio auf rund 2330 Metern Höhe. Die 50-jährige Frau, deren genaue Herkunft in Deutschland noch nicht bekanntgegeben wurde, da die Angehörigen erst informiert werden müssen, wurde von einer großen Lawine erfasst, die sich zwischen dem Lago Apsoi und dem Gebiet Autovallonasso löste.

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Auch der Begleiter der Frau wurde von der Lawine mitgerissen. Er konnte von den Rettungskräften geborgen und mit schwerer Unterkühlung ins Krankenhaus eingeliefert werden. Zwei weitere von der Lawine erfasste Personen sollen ebenfalls ausländische Staatsangehörige sein und zu einer Gruppe von drei Skitourengehern gehört haben, die im selben Gebiet wie das deutsche Paar unterwegs war.

Italienische Bergsteiger befreien verunglückte Touristen aus Schneemassen

Weitere sieben italienische Bergsteiger befanden sich in der Gegend, waren jedoch nicht in den Unfall verwickelt. Sie sollen als Erste Alarm geschlagen und den von der Lawine erfassten Skitourengehern geholfen haben, sich aus den Schnee- und Eismassen zu befreien, bis die Rettungskräfte eintrafen. Der Rettungseinsatz gestaltete sich aufgrund starken Winds und schwieriger Wetterbedingungen besonders anspruchsvoll.

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Der Alarm wurde gegen 12.30 Uhr ausgelöst. Im Einsatz waren mehrere Rettungsteams mit Unterstützung von drei Hubschraubern, darunter der Rettungsdienst, ein Feuerwehrhubschrauber aus Turin, der piemontesische Berg- und Höhlenrettungsdienst sowie der alpine Rettungsdienst der Finanzpolizei.

Nach Angaben des Bergrettungsdienstes war das deutsche Paar bereits von anderen Skitourengehern, die sich in der Gegend aufhielten, aus dem Schnee befreit worden. Für die Frau kam jedoch jede Hilfe zu spät, während der Mann in kritischem Zustand mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht wurde.

Lawinengefahr galt am Unglückstag in den Alpen als „mäßig“

Die Lawinengefahr war für den Tag laut dem Lawinenlagebericht der Regionalagentur Arpa als „mäßig“ (Stufe 2 von 5) eingestuft worden. Dennoch wurde vor Triebschnee und instabilen Schneeschichten an steilen Hängen in mittleren und höheren Lagen gewarnt. Die Behörden untersuchen weiterhin die genauen Umstände des Unglücks.

Der italienische Minister für Öffentliche Verwaltung, Paolo Zangrillo, kondolierte der Familie der Verstorbenen und dankte den Rettungskräften. „Es handelt sich um ein dramatisches Ereignis, das uns einmal mehr daran erinnert, wie trügerisch die Berge trotz ihrer Schönheit sein können. Mein aufrichtiger Dank gilt allen Einsatzkräften, die unter besonders schwierigen Bedingungen im Einsatz waren“, erklärte der Minister.

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Weitere Tragödien ereigneten sich am Freitag in den italienischen Alpen. Am Berg Vajo Gabene bei Recoaro in der Region Venetien kam ein italienischer Skitourengeher ums Leben, nachdem er von einer Lawine erfasst wurde. Er war gemeinsam mit einem Freund auf der Abfahrt, als sich im unteren Abschnitt eine Schneemasse mit Geröll löste und ihn über mehrere Dutzend Meter mitriss. Obwohl er an der Oberfläche blieb, prallte er gegen Felsen und erlitt schwerste Verletzungen am Kopf und am Bauch. Sein Begleiter erreichte ihn, befreite ihn aus dem Schnee und setzte den Notruf ab.

Weiteres Lawinenunglück: Mann wird in Turin von Schneemassen erfasst und stirbt

Ein weiterer tödlicher Lawinenunfall ereignete sich im Raum Turin. Im Gemeindegebiet von Bobbio Pellice (Turin) wurde ein Mann von einer Schneemasse verschüttet. Der Alarm wurde durch ein satellitengestütztes Notrufgerät ausgelöst.

Ebenfalls am Freitag retteten Feuerwehrleute zwei französische Skitourengeher, die eine ganze Nacht lang in einem Biwak an der Grenze zwischen dem Varaita-Tal und dem französischen Queyras auf 2648 Metern Höhe festgesessen hatten. Der Bergrettungsdienst mahnt angesichts der derzeitigen Eisverhältnisse in den Bergen zu äußerster Vorsicht. Experten raten dringend dazu, niemals ohne Steigeisen oder Grödel unterwegs zu sein. „Der derzeitige Schneemangel beeinträchtigt Skitouren und Schneeschuhwanderungen. Viele weichen deshalb auf Wanderungen zu Fuß aus, doch Wege und Forststraßen wirken oft harmlos, können aber durch Eis sehr gefährlich werden“, erklärte Alberto Covi, Präsident des CNSAS des Alpenvereins CAI Südtirol.