In Sydney scheint keine zwei Wochen nach dem tödlichen Anschlag auf eine Chanukka-Feier wieder ein wenig Normalität einzukehren. Am berühmten Bondi Beach versammelten sich jetzt zahlreiche Menschen, um Weihnachten zu feiern: in dem Anlass entsprechender Badekleidung und dem einen oder anderen alkoholischen Kaltgetränk in der Hand.

Weihnachtstag in Australien
Britinnen posieren für ein Foto, während sie den Weihnachtstag am Bondi Beach in Sydney feiern.© Rick Rycroft/AP/dpa | Rick Rycroft

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Bondi Beach: Großer Menschenandrang an Weihnachten – keine zwei Wochen nach Terroranschlag

Wie unter anderem die „Daily Mail“ berichtet, strömten am Weihnachtsmorgen Tausende Feierwütige zum Bondi Beach – trotz oder vielleicht auch wegen der für australische Verhältnisse recht milden Temperaturen von 24 Grad. Die Strandbesucher erschienen in weihnachtlichen Kostümen und mit reichlich viel Feierstimmung, wie auf den Aufnahmen des Gelages zu erkennen ist.

Weihnachten in Sydney - Strandparty am Bondi Beach
Badekleidung trotz fehlender Sonne: Die Temperaturen erreichten am 25. Dezember in Sydney lediglich 24 Grad.© Sitthixay Ditthavong/AAP/dpa | Sitthixay Ditthavong

Rote Badehosen, rote Bikinis, Weihnachtsmützen oder gleich komplette Weihnachtsmann-Verkleidungen: Dass an jenem Ort nur wenige Tage zuvor zahlreiche Menschen ihr Leben verloren, schien der Party keinen Abbruch zu tun. Obwohl es dem britischen Medium zufolge deutlich ruhiger als in den Jahren zuvor gewesen sein soll. Auf dem Weg vom Parkplatz zum Strand kamen die Badegäste zudem an der Gedenkstätte des Terrorakts vorbei, vor dem immer noch Blumen und Kerzen liegen.

Polizisten patrollieren am Bondi Beach.
Polizisten laufen an der Weihnachtsparty am Bondi Beach vorbei.© AFP | DAVID GRAY

Ein möglicher Hintergrund des großen Andrangs auf den Bondi Beach könnte die Tatsache sein, dass Rucksacktouristen in diesem Jahr gebeten wurden, den Bronte Beach zu meiden. Das Mekka für britische und irische Urlauber zählte 2024 etwa 15.000 Besucher. Doch die große Menschenmenge und die von diesen hinterlassene Menge an Müll sorgte in der Gemeinde für Empörung. Nun war die Hälfte des Areals gesperrt.

Ein Rettungsschwimmer mit einer Weihnachtsmütze auf dem Kopf.
Auch bei den Rettungsschwimmern herrschte Festtagsstimmung.© AFP | DAVID GRAY

Antisemitismus in Australien: Brandanschlag auf Auto eines Rabbiners in Melbourne

Derweil ist in der australischen Küstenmetropole Melbourne ein mutmaßlich antisemitisch motivierter Brandanschlag verübt worden. Im Stadtviertel St Kilda East ging in der Nacht das Auto eines Rabbiners in Flammen auf, das ein „Chanukka“-Schild auf dem Dach hatte, wie australische Medien unter Berufung auf die Polizei berichteten. Der Wagen war demnach vor dem Wohnhaus des Mannes geparkt, der nach dem Vorfall mitsamt seiner Familie in Sicherheit gebracht wurde.

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Verletzt wurde niemand – doch angesichts der schlimmen Erinnerungen an das Massaker mit 15 Toten am Bondi Beach reagierte nicht nur die jüdische Gemeinde in Melbourne entsetzt. Premierminister Anthony Albanese sprach von einer „unbegreiflichen“ Tat und rief erneut zum gemeinsamen Kampf gegen Hass und Antisemitismus auf. „Was sind das für bösartige Ideologien und Gedanken, die jemanden zu einer Zeit wie dieser antreiben?“, sagte er bei einer Veranstaltung in Sydney zum Weihnachtsfest, das in Australien traditionell am 25. Dezember gefeiert wird.

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Auf Bildern vom Tatort in Melbourne ist ein Schild mit dem Schriftzug „Happy Chanukah!“ (fröhliches Chanukka) auf dem Dach des von Brandschäden gezeichneten Autos zu sehen, das in der Einfahrt vor dem Haus des Rabbiners steht. Auf ein eindeutiges Tatmotiv wollten sich die Sicherheitsbehörden aber nicht sofort festlegen. „Die Kriminalpolizei hat eine Person identifiziert, die bei den Ermittlungen helfen könnte“, hieß es in einer von Medien zitierten Stellungnahme der Polizei. „Die Untersuchungen zu dem Vorfall laufen.“ Von einer Festnahme war zunächst keine Rede.

mit dpa