Der spanische Unternehmer José Elías, Besitzer der Handelskette La Sirena und laut Forbes rund 650 Millionen Euro schwer, sorgt aktuell für Diskussionen. In seinem Podcast „Búscate la vida“ erklärte er, wie er die Loyalität neuer Führungskräfte prüft: Er ruft sie am ersten Samstag ihres neuen Jobs um 23 Uhr an und „zählt, wie oft es klingelt, bis sie abheben“. Für ihn sei ein schnelles Abheben ein Zeichen echten Engagements.

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Test der Loyalität – auch außerhalb der Arbeitszeit

Elías sagt, dass Lebensläufe sich leicht manipulieren ließen. Ein persönlicher Test zeige ihm dagegen, wie ernst es die Bewerber wirklich meinen. „Wenn ich meinen CEO samstags um 23 Uhr anrufen muss, muss derjenige ans Telefon gehen, sonst ist er für mich nutzlos“, so der Unternehmer. Auch bei Notfällen erwartet er jederzeitige Erreichbarkeit. Gleichzeitig räumt er ein, dass persönliche Termine wie eine Arztuntersuchung der Partnerin akzeptiert werden.

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Von seinen mehr als 45.000 Beschäftigten in über 180 Firmen interagiere er nur mit rund 20 Führungskräften auf diese Weise. Nur bei ihnen seien solche Tests für ihn relevant – alles andere sei nicht notwendig.

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Kritik aus Spanien

In Spanien lösten Elías’ Aussagen zahlreiche Reaktionen aus. Viele Kommentatoren kritisieren, dass Überstunden und spontane Anrufe außerhalb der regulären Arbeitszeit nicht vergütet würden. Sie sehen darin eine hohe Belastung für Führungskräfte und eine mögliche Fehlorganisation im Unternehmen. „Wer solche Anrufe erwartet, sollte auch klare Regeln für Ausgleich und Vergütung schaffen“, heißt es in den Kommentaren.

Nur wenige Mitarbeitende erfüllen nach Elías’ eigener Angabe diese Anforderungen: Während früher noch rund 20 Prozent den Test bestanden, seien es heute nur noch fünf Prozent. Elías betont, er suche Führungskräfte, die sich mit der Firma identifizieren und auch außerhalb üblicher Arbeitszeiten Verantwortung übernehmen können.

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Wie sieht es in Deutschland aus?

In Deutschland wäre ein solches Vorgehen rechtlich problematisch. Das Arbeitszeitgesetz schützt Arbeitnehmer vor Erreichbarkeit außerhalb der regulären Arbeitszeiten und schreibt mindestens elf Stunden ungestörte Ruhezeit vor.

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Ohne ausdrücklich vereinbarte Rufbereitschaft besteht keine Pflicht, Anrufe abends oder am Wochenende entgegenzunehmen. Selbst Führungskräfte unterliegen diesen Regelungen größtenteils; nur wenige leitende Angestellte bilden hier eine Ausnahme.