Viele Deutsche zieht es im Sommer über den Brenner an den Gardasee, an die Adria oder nach Südtirol. Für sie gibt es gute Nachrichten: Italien führt ein Erstattungssystem für Mautgebühren ein, wenn Staus durch Baustellen die Fahrt erheblich verzögern.

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Die nationale Verkehrsbehörde ART hat die Regeln festgelegt. Schon auf Strecken bis 50 Kilometer reicht eine Verzögerung von zehn Minuten, um Anspruch auf Geld zurückzuhaben. Auf längeren Abschnitten greift die Erstattung ab 15 Minuten Verspätung.
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Was erstattet wird – und wann
Je nach Dauer des Staus gibt es einen Teil der Maut oder den kompletten Betrag zurück. Wer mindestens drei Stunden wegen einer Baustelle feststeckt, soll die gesamte Maut erstattet bekommen. Wichtig: Die Regel gilt ausschließlich bei durch Baustellen verursachten Staus. Bei Notfall-Baustellen, Unfällen oder wetterbedingten Behinderungen sind keine Erstattung vorgesehen.

So läuft die Beantragung
Die Entschädigung soll digital über eine App beantragt werden. In ihr sind die privaten Autobahnbetreiber zusammengeschlossen – ähnlich, wie Fahrgäste Erstattungen bei der Deutschen Bahn kennen.
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Die Betreiber legen die genaue Höhe der Entschädigung fest. Es gibt aber behördliche Leitplanken und ausgezahlt wird ohnehin erst ab einem Betrag von mehr als einem Euro. Einige Details zur Umsetzung sind noch offen.
Ausländer-Regelung unklar
Unklar ist zunächst, in welchem Umfang ausländische Autofahrer von der Neuregelung profitieren. Auf Italiens Autobahnen sind jedes Jahr viele Deutsche unterwegs; laut Deutschem Reiseverband war Italien 2023 das zweitliebste Urlaubsland.
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Insgesamt verfügt Italien über rund 7000 Kilometer Autobahn, für den allergrößten Teil wird Maut fällig. Das System startet im Juni – rechtzeitig vor der Hauptreisezeit – und soll bis Dezember 2026 vollständig ausgerollt sein.
Lob der Politik, Kritik der Verbraucher
Verkehrsminister Matteo Salvini nennt den Beschluss einen „Wendepunkt“ für die Rechte von Autofahrern. ART-Präsident Nicola Zaccheo sieht darin eine Schutzmaßnahme für Reisende, die immer häufiger mit Verzögerungen wegen Baustellen konfrontiert seien.
Verbraucherschützer zweifeln hingegen an der schnellen und konsequenten Umsetzung. Es sei zu erwarten, dass es lange keine spürbaren Sanktionen für schlechten Service gebe, heißt es aus dem Verband.
ra/dpa







