Das legendäre Winter-Ei von Fabergé, eines der berühmten kaiserlichen Schmuckstücke des Petersburger Juwelierhauses, ist erstmals seit über zwei Jahrzehnten wieder unter den Hammer gekommen. Das Auktionshaus Christie’s hat das Winter-Ei, das als eines der schönsten Werke des Juweliers Carl Farbergé gilt, am Dienstag für eine Rekordsumme von 22,9 Millionen Pfund (26 Millionen Euro) versteigert. Die sei „ein neuer Weltrekord für ein Fabergé-Werk“, erklärte das Auktionshaus Christie‘s.

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Das traditionsreiche Werk, das 1913 für den russischen Zaren Nikolaus II. gefertigt wurde, gilt als eines der seltensten Kunstwerke der Welt. Von den 50 imperialen Fabergé-Eiern existieren nur noch 43; von diesem Bestand befinden sich sieben in Privatbesitz, allerdings ausschließlich in „ziemlich unantastbaren“ Sammlungen, wie Fabergé-Experte Kieran McCarthy bei „CNN“ erklärt. Doch nur drei dieser Eier sind laut McCarthy „wirklich privat“ und könnten theoretisch gekauft werden. „Sie sind unglaublich selten“, betont er.

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Als Co-Geschäftsführer des britischen Antiquitätenhändlers Wartski, der sich auf Fabergé spezialisiert hat, hat McCarthy das Winter-Ei bereits persönlich begutachtet. Er beschreibt das Meisterwerk als eine Kreation, die „wie ein Eisklumpen in der Hand wirkt“ und durch eine „umgekehrte Alchemie“ die kostbaren Materialien in ein Naturphänomen verwandelt – gefrorenes Eis, bedeckt mit funkelndem Frost. Das aus Bergkristall gefertigte Ei ist mit über 4500 Diamanten besetzt und zeigt gravierte Schneeflocken sowie Platin, das scheinbar schmilzt. Doch der wahre Wert des Kunstwerks liegt in seiner handwerklichen Genialität: „Das Design ist zeitlos – es ist so modern“, schwärmt Christie’s-Expertin Margo Oganesian.

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Winterei von Fabergé: Überraschung im Inneren

Wie alle kaiserlichen Fabergé-Eier birgt auch das Winterei eine Überraschung in seinem Inneren. Doch anstelle aufwendiger mechanischer Meisterwerke zeigt dieses Ei eine botanische Überraschung: ein Hängekorb mit Quarz-Buschwindröschen und Nephritstielen, deren Staubgefäße mit grünen Granatsteinen besetzt sind. Diese Blumen gehören zu den ersten, die nach einem kalten russischen Winter auftauchen – ein perfektes Symbol für den Frühling.

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Nikolaus II. schenkte das Ei seiner Mutter, Kaiserinwitwe Maria Fjodorowna, die seit 1885 von ihrem Mann Alexander III. jährlich ein solches Meisterwerk erhielt. Der Entwurf der Winterei-Kreation stammt von Alma Pihl, einer der wenigen weiblichen „Werkmeisterinnen“ im männerdominierten Russland. Die einfache Schönheit des Designs hebt sich stark von den üblicherweise pompösen Fabergé-Stilen wie Rokoko oder Neoklassizismus ab.

Winterei von Fabergé
Das legendäre Winter-Ei von Fabergé steht zum Verkauf. Das aus Bergkristall gefertigte Ei ist mit über 4500 Diamanten besetzt.© Christie's | Christie's

Winter-Ei von Fabergé: einzigartige Stationen im Kunstmarkt

Geschichte schrieb das Winter-Ei nicht nur durch seine künstlerische Einzigartigkeit, sondern auch durch seinen Weg in den privaten Kunstmarkt: Nach der Russischen Revolution wurde es von der neuen Sowjetregierung verkauft, um Staatsgelder zu generieren. Wartski erwarb es Ende der 1920er Jahre für gerade einmal 450 Pfund (heute etwa 30.000 US-Dollar) und es wechselte seitdem einige Male den Besitzer. 1994 tauchte es wieder auf und wurde bei Christie’s in Genf für 5,6 Millionen US-Dollar versteigert – ein Auktionsrekord für Fabergé-Eier, der acht Jahre später erneut übertroffen wurde. 2002 erzielte das Kunstwerk bei Christie’s in New York 9,6 Millionen US-Dollar.

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Das Winter-Ei hat nicht nur erneut einen Auktionsrekord aufgestellt, sondern auch bewiesen, dass die Nachfrage nach den berühmten Fabergé-Eiern ungebrochen ist. Im Vorfeld bestand die Sorge, dass die politischen und wirtschaftlichen Umstände den Verkauf erschweren könnten: Russland, eines der Hauptabsatzmärkte für Fabergé, unterliegt aufgrund von Sanktionen strengen Einschränkungen. „Es hätte wohl keinen ungünstigeren Zeitpunkt geben können, dieses Ei zu verkaufen“, sagt McCarthy vor der Auktion.

Wer kann das Winter-Ei von Fabergé überhaupt kaufen?

Die Frage, ob das Kunstwerk jemals wieder in russische Hände gelangen konnte, ist durch Zoll- und Sanktionsbestimmungen stark belastet. Für die Vereinigten Staaten würde ein Kauf zusätzliche Millionen an Steuerkosten bedeuten, und Russland konnte aufgrund internationaler Beschränkungen kaum legal zugreifen. Vor der Auktion wurde überlegt, dass eventuell Museen im Nahen Osten eine weitere Option sein, da viele danach streben, bedeutende Kunstwerke in ihre Sammlungen zu integrieren.

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Christie’s selbst betont vor der Auktion, dass man durch strenge Prüfungen sicherstelle, dass der Käufer weder gegen Sanktionen verstoße noch illegale Gelder verwende. „Wir sind weiterhin bestrebt, alle relevanten Gesetze zur Bekämpfung von Geldwäsche und Sanktionen einzuhalten“, so das Auktionshaus in einer Stellungnahme. Wer hinter dem Verkauf des Winter-Eis steckt und wer es nun ersteigert hat, bleibt weiterhin ein Rätsel.