Am Sonntag hat ein vermutlich stark betrunkener Lokführer einen Regionalzug durch Nordrhein-Westfalen gesteuert – bis er schließlich nach dem Halt des Zuges auf freier Strecke im Münsterland festgenommen wurde. Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert von 2,67 Promille, teilte die Bundespolizei mit. Die rund 250 Fahrgäste des Zuges der Linie RE6 von Minden nach Köln blieben unverletzt. Feuerwehrleute evakuierten den Zug.

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Wie die Bundespolizei schreibt, war die Trunkenheit durch auffälliges Verhalten des Lokführers aufgefallen: Ohne Grund durchfuhr er den Halt Rheda-Wiedenbrück und brachte den Zug stattdessen auf freier Strecke zum Halten. Zuvor hatte es bereits Auffälligkeiten bei den Türschließungen gegeben. Ein Zugbegleiter bemerkte laut Bundespolizei eine deutliche Alkoholfahne, verhinderte die Weiterfahrt und informierte die Notfallleitstelle der Bahn.
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Betrunkener Lokführer: Zugbetreiber spricht von „bedauerlichen Einzelfall“
Der Zugbetreiber National Express teilte hingegen mit, nach Auffälligkeiten im Fahrbetrieb hätten die Kundenbetreuer selbst eingegriffen und für den sicheren Halt des Zuges auf offener Strecke zwischen Rheda-Wiedenbrück und Oelde gesorgt. Alle rund 250 Fahrgäste seien bis zur Evakuierung von den für Notfälle geschulten Kundenbetreuern angeleitet und unverletzt durch die Feuerwehr in einen anderen Zug überführt worden. „Das schnelle Handeln unseres Zugpersonals und die abgestimmten Notfallprozesse haben entscheidend dazu beigetragen, die Sicherheit der Fahrgäste jederzeit zu gewährleisten.“
National Express sprach in der Stellungnahme von einem äußerst bedauerlichen Einzelfall. Der Fahrbetrieb im Schienenpersonennahverkehr unterliege strengen Sicherheitsvorschriften, einschließlich eines absoluten Alkohol- und Drogenverbots. Triebfahrzeugführer „durchlaufen zudem vorgeschriebene medizinische und psychologische Beurteilungen“, erklärte das Unternehmen. Die laufenden Ermittlungen würden vollumfänglich unterstützt. National Express dankte Feuerwehr und Polizei für die Unterstützung auch bei der Evakuierung.
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Trunkenheitsfahrt führte zu erheblichen Verspätungen
Wie die Bundespolizei weiter mitteilte, dauerte der Einsatz insgesamt fast drei Stunden und führte zu erheblichen Beeinträchtigungen im Bahnverkehr. Einsatzkräfte der Bundespolizei hatten den Triebfahrzeugführer in Gewahrsam genommen und ihn zur Polizeiwache nach Rheda-Wiedenbrück gebracht.
Bei dem Triebfahrzeugführer sei nach dem Atemalkoholtest eine Blutprobe angeordnet worden. Weil der Mann Anzeichen einer psychischen Ausnahmesituation aufgewiesen habe, sei er in eine Fachklinik eingewiesen worden. Gegen ihn werde wegen Gefährdung des Bahnverkehrs ermittelt.
jst/dpa/afp






