Ein historisches Bauwerk in Nordrhein-Westfalen ist abgebrannt: Am frühen Freitagmorgen wurde die Feuerwehr der Stadt Velbert zu einem Einsatz beim berühmten Hardenberger Wasserschloss gerufen. Zu diesem Zeitpunkt brannte bereits der komplette Dachstuhl des Herrenhauses.

Feuer Hardenberger Schloss Velbert
Der Dachstuhl von Schloss Hardenberg brennt lichterloh© Feuerwehr Velbert | Feuerwehr Velbert

Feuer in Schloss Hardenberg greift vom Dachstuhl aus auf alle Etagen über

Die Velberter Feuerwehr war mit 80 Mann im Einsatz.
Die Velberter Feuerwehr war mit 80 Mann im Einsatz.© Philipp Nieländer | Philipp Nieländer

Eine Polizeistreife, die auf dem Rückweg von einem Einsatz war, hatte gegen 4.30 Uhr zufällig Feuerschein im Dachbereich entdeckt. In kürzester Zeit brannte dann bereits der gesamte Dachstuhl, später griffen die Flammen auch auf alle anderen Etagen des historischen Bauwerks über: „Das Gebäude steht aktuell in Vollbrand“, so Feuerwehr-Sprecher Marcel Borowski gegen 7.30 Uhr. Ein Löschangriff von Innen war zunächst nicht möglich.

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Borowski sprach von einem „historischen Brand“, der die Einsatzkräfte – viele stammen aus Neviges und kennen das Ensemble gut – sehr bewege, auch wenn glücklicherweise keine Personen zu Schaden gekommen seien.

Eine Polizeistreife hatte den Brand in der Nacht entdeckt.
Eine Polizeistreife hatte den Brand in der Nacht entdeckt.© Philipp Nieländer | Philipp Nieländer

Schlossbrand in NRW: Das historische Treppenhaus ist verloren

Das Gebäude wurde gerade saniert, es soll ein Naturerlebniszentrum in den historischen Mauern entstehen. Baudezernent Jörg Ostermann, der gemeinsam mit Bürgermeister Dirk Lukrafka vor Ort war, bezeichnete die Situation am Morgen als „dramatisch“. Der Dachstuhl sei komplett abgebrannt. „Wir haben im Westbereich ein bisschen Hoffnung, dass die Betondecken gehalten haben, die Balkenlagen sind vermutlich komplett durchgebrannt. Das historische Treppenhaus ist weg.“ Man werde schauen müssen, ob und wie das Gebäude sich noch statisch trägt.

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Baudezernent glaubt, dass Wiederaufbau möglich ist

Das Schloss in Rauch eingehüllt.
Das Schloss in Rauch eingehüllt. © Philipp Nieländer | Philipp Nieländer

1785, so meine er, habe das Schloss schon einmal gebrannt, so Ostermann auf die Frage, ob das Gebäude noch zu retten sei. Damals habe man es auch wieder aufgebaut - „und wir sind in einer modernen Zeit und haben entsprechende Möglichkeiten“. Es werde genügend Substanz übrigbleiben, um an einen Wiederaufbau zu denken.

Bürgermeister spricht von „absolutem Tiefpunkt“

Velberts Bürgermeister Dirk Lukrafka vor dem brennenden Schloss Hardenberg. 
Velberts Bürgermeister Dirk Lukrafka vor dem brennenden Schloss Hardenberg. © WAZ | Isabel Nosbers

Bürgermeister Dirk Lukrafka bezeichnet den Brand als „absoluten Tiefpunkt für uns alle“. Man sei bereits beim Innenausbau gewesen und habe die Eröffnung, geplant für Herbst 2026, schon fühlen können. Nun müsse man schauen, was von der historischen Bausubstanz überhaupt noch da sei. Nun müsse man wieder von vorne anfangen, so Lukrafka mit Blick auf einen Wiederaufbau. Man sei noch weiter zurückgeworfen, als man zu Beginn der aufwändigen Sanierung gewesen sei. „Das ist ein tragischer Moment und macht uns fassungslos und echt traurig.“

Landrätin Dr. Bettina Warnecke: „Erschütternder Anblick“

Auch die neue Landrätin des Kreises Mettmann, Dr. Bettina Warnecke, machte sich vor Ort ein Bild von der Lage: „Der Anblick des brennenden Gebäudes war wirklich erschütternd. Der Brand trifft die Velberterinnen und Velberter und viele Bürgerinnen und Bürger aus dem gesamten Kreis ins Mark“, so die Landrätin, die den Einsatzkräften – neben Polizei und Feuerwehr war auch das Technische Hilfswerk (THW) vor Ort – ihren Dank aussprach.

Ein Teleskopfahrzeug der Werkfeuerwehr aus dem Leverkusener Chempark unterstützte die Feuerwehr Velbert bei den Löscharbeiten am Schloss Hardenberg.
Ein Teleskopfahrzeug der Werkfeuerwehr aus dem Leverkusener Chempark unterstützte die Feuerwehr Velbert bei den Löscharbeiten am Schloss Hardenberg.© WAZ | Isabel Nosbers

Brandursache laut Polizei „noch völlig unklar“, Schaden „weit über zehn Millionen Euro“.

Während auf Facebook bereits am Morgen über die Brandursache spekuliert wurde, hieß es von der Polizei am Nachmittag, dass diese „noch völlig unklar“ sei. Offensichtliche Einbruchspuren, die auf eine Brandstiftung hindeuten würden, habe man nicht gefunden, so Polizeisprecher Daniel Uebber. Brandermittler der Polizei seien zwar bereits vor Ort gewesen, jedoch sei das Gebäude einsturzgefährdet und könne daher nicht betreten werden, bis ein Statiker es freigebe. Insgesamt werde die Ermittlung der Ursache „schwierig“, so Uebber, da Löschwasser und Flammen gerade im Dachgeschoss, wo der Brand möglicherweise entstanden ist, riesige Schäden angerichtet hätten.

Der Schaden liege auf jeden Fall „weit über zehn Millionen Euro“, so Uebber.

Dieser Artikel erschien zuerst bei der WAZ, die auch zur Funke Mediengruppe gehört.