Wissenschaftler haben vor einer Nachbarinsel von Mallorca eine beeindruckende Beobachtung gemacht: Ihnen ist es gelungen, einen Stumpfnasen-Sechskiemerhai zu filmen. Die Haiart – auch als Grauhai bezeichnet – wurde zuvor noch nicht in dem Gebiet dokumentiert. Grauhaie können bis zu 6,10 Meter lang werden, eigentlich leben sie tief im Meer. Im aktuellen Fall wurde ein 1,4 Meter langes Exemplar vor Cabrera gesichtet; einer Insel in Spanien, die rund 15 Kilometer von Mallorca entfernt ist.

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Die Sichtung des Hais ist nicht die einzige besondere Entdeckung durch das Forschungsteam: Sie sammelten außerdem Daten zu weiteren Arten von Knorpelfischen – zu denen Haie und Rochen zählen – und analysierten, wie sie sich in dem Gebiet zwischen Mallorca und Cabrera im Mittelmeer bewegen. Dabei fanden sie 56 Hai- und Rochenarten, von denen 17 vom Aussterben bedroht sind. In einem der Projekte untersuchten sie den Blauhai, und wo er im Naturschutzgebiet vor der Küste von Cabrera lebt.
Forscher untersuchen Rochen- und Haivorkommen vor Mallorca – umfassende Studie
Zwei Jahre lang haben Forscherinnen und Forscher das Mittelmeer vor der beliebten Urlaubsinsel Mallorca untersucht. Es ist nach Angaben des Ministeriums für Landwirtschaft, Fischerei und Umwelt der Balearen die bislang umfassendste Untersuchung dieser Arten in den Gewässern der Balearen.
Die Studie wurde gemeinsam von den balearischen Meeresschutzorganisationen Save the Med, Shark Med und Fundación Miralles durchgeführt. Veröffentlicht wurden erste Ergebnisse am Dienstag vom Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei und Umwelt der Balearen – finanziert wurde die Forschungsarbeit unter anderem auch aus dem EU-Fördertopf „Next Generation“.
Orcas, Haie und Tiere im Meer
Wissenschaftler filmen Haie und Rochen vor Mallorca mit Unterwasserroboter – 3500 Stunden Videomaterial
Die erhobenen Daten unterstreichen „die Notwendigkeit, die Schutzmaßnahmen zu intensivieren, um den Erhalt dieser Arten zu gewährleisten und den allgemeinen Zustand des marinen Ökosystems zu verbessern“, sagte der Meeresbiologe Gabriel Morey, wissenschaftlicher Direktor von Save the Med. Nur so könne die Gesundheit des Ökosystems garantiert werden.
Für ihre Untersuchungen nutzten die Biologen Methoden, die nicht zu stark in die Natur eingreifen – darunter einen ferngesteuerten, mit Ködern bestückten Unterwasserroboter, der Videoaufnahmen von den Tieren und der Unterwasserwelt machte. Außerdem wurde die Route von drei Mantarochen mit Satelliten verfolgt.
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Diese innovativen Methoden erlaubte es den Wissenschaftlern, „genaue und wertvolle Informationen zu erhalten, ohne das natürliche Verhalten der Tiere zu beeinträchtigen“, sagte Dr. Eric Clua am Dienstag. Er ist der wissenschaftliche Direktor von Shark Med – einer am Projekt beteiligten Organisation. Sowohl tagsüber als auch nachts habe man Aufnahmen gemacht, fast 3500 Stunden Material aufgezeichnet. All das musste im Anschluss ausgewertet werden.
Insgesamt sichteten sie nur wenige sogenannte pelagische Haie, also solche, die vor allem im offenen Meer vorkommen. Vermehrt registrierten sie aber Blauhaie (17 innerhalb eines Jahres), den Kleingefleckten Katzenhai, Nördliche Stechrochen, Gemeine Stechrochen sowie Adlerhaie. Auch der Sandaal wurde häufig gesichtet. Den Forschern gelangen außerdem Aufnahmen des Weißen Rochens; einer Art, die im Mittelmeer vom Aussterben bedroht ist.
Die Generaldirektorin für Naturumwelt und Forstwirtschaft der Balearen, Anna Torres, versicherte, die Zusammenarbeit mit Forschungsorganisationen zu stärken, um den Schutz der Hai- und Rochenpopulation im Balearenmeer zu garantieren.








