In den USA ist ein Frachtflugzeug abgestürzt: Die Maschine des Logistikunternehmens UPS verunglückte am Dienstag kurz nach dem Start nahe des internationalen Flughafens Louisville im Bundesstaat Kentucky, wie die US-Luftfahrtbehörde FAA mitteilte.  Das Langstreckenflugzeug hinterließ eine Schneise der Verwüstung sowie ein etwa 800 Meter langes Trümmerfeld. Es war auf dem Weg zu einem Flughafen in Honolulu auf der Inselgruppe Hawaii.

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„UPS-Flug 2976 ist gegen 17.15 Uhr Ortszeit abgestürzt“, erklärte die FAA. Bei der Maschine handelte es sich demnach um eine McDonnell Douglas MD-11. Mittlerweile wurden zwölf Leichen geborgen. Doch die Zahl der Opfer könnte weiter steigen.

Bei drei der13 Opfer handelt es sich vermutlich um die drei Besatzungsmitglieder, die sich zum Zeitpunkt des Absturzes an Bord des Flugzeugs befanden; die anderen neun sind noch nicht identifiziert. Unter den Getöteten befindet sich vermutlich mindestens ein Kind, „und zwar noch ein kleines Kind, was die Sache umso schwerer macht“, sagte der demokratische Gouverneur von Kentucky, Andy Beshear, bei einer Pressekonferenz. Es wird weiterhin nach Vermissten gesucht.

Der Flughafen ist nach eigenen Angaben inzwischen wieder komplett für den Flugverkehr freigegeben. Warum die Frachtmaschine des US-Logistikunternehmens UPS abstürzte, ist noch nicht geklärt.

Laut Beshear sei die Maschine in ein Industriegebiet in der Nähe des Flughafens gestürzt und in zwei dort ansässige Unternehmen eingeschlagen – darunter eine Recyclingfirma für Erdölprodukte, auf deren Gelände mehrere Öl- und Propangastanks standen. Die Maschine explodierte in einem Feuerball und hinterließ dabei einen Pfad der Verwüstung. Dichter schwarzer Rauch stieg auf und hing für Stunden über der Stadt. Am Boden starben mindestens vier Menschen, elf weitere wurden teils lebensgefährlich verletzt.

Die Rauchwolke zieht über die Stadt: Am Flughafen von Louisville versuchen die Einsatzkräfte, das Feuer zu löschen.
Die Rauchwolke zieht über die Stadt: Am Flughafen von Louisville versuchen die Einsatzkräfte, das Feuer zu löschen.© AFP | LEANDRO LOZADA

Expertin zur Absturz-Ursache: „Die Armen konnten nichts mehr tun“

Unklar ist bislang, was den katastrophalen Unfall verursacht hat, doch es gibt Verdachtsmomente. Auf dem Flughafen war eine Turbine des Flugzeugs gefunden worden. „Das Triebwerk hat sich ganz klar vor dem Einschlag vom Flugzeug gelöst“, sagte Verkehrsexpertin Mary Schiavo zu CNN. Sie glaubt an einen Totalausfall des Triebwerks, bei dem sich Teile aus dessen Inneren lösen und Benzinleitungen aufreißen. „Die armen Piloten konnten da nichts mehr tun.“

Aufnahmen zeigen, dass bereits beim Startversuch ein Flügel des Flugzeugs in Flammen stand. Das Feuer könnte sich im gesamten Flugzeug ausgebreitet und die Explosion verursacht haben, oder das Flugzeug könnte nach einer Kollision mit einem Objekt am Boden Feuer gefangen haben.

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Da die Maschine einen langen Flug vor sich hatte, ist davon auszugehen, dass sie voll betankt war. Das Flugzeug soll daher rund 38.000 Gallonen Treibstoff  (etwa 144.000 Liter) an Bord gehabt haben, als es explodierte. Das Feuer griff auf nahegelegene Geschäfte und Gebäude über.

Flugzeugabsturz Louisville USA
Rauchschwaden steigen aus dem Bereich eines abgestürzten Flugzeugs am Louisville Muhammad Ali International Airport auf.© Jon Cherry/AP/dpa | Jon Cherry

Die Polizei verhängte für Teile des Gebiets eine Ausgangssperre. Anwohner wurden aufgefordert, Schutz zu suchen. Bis zuletzt warnten die Behörden, dass die Zahl der Verletzten und Toten noch steigen könne. Gouverneur Beshear, schrieb auf der Plattform X: „Die Lage ist ernst.“ Er sei auf dem Weg nach Louisville.

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Gut drei Stunden nach dem Absturz berichtet Brian O‘Neill, Leiter der Feuerwehr von Louisville, dass das Feuer am internationalen Flughafen von Louisville fast vollständig unter Kontrolle sei. Feuerwehrleute seien aber noch vor Ort. O‘Neill appelliert an die Anwohner, jegliche Trümmerteile, die nach dem Absturz und dem anschließenden Brand in der Gegend zurückgeblieben sind, nicht zu berühren, sondern diese stattdessen den städtischen Behörden zu melden.

mit dpa/afp