Axel Petermann, der ehemalige Leiter der Bremer Mordkommission, gilt als einer der prominentesten Kriminalisten und Fallanalytiker Deutschlands. Diesen Ruf unterstreicht der 73-Jährige, der weiterhin privat ermittelt, sowohl mit seinen Bestseller-Sachbüchern und inzwischen auch mit Romanen. Im Gespräch zeigt er sich trotz der ständigen Konfrontation mit Gewalttaten sanftmütig und gelassen. Eines der größten Schockerlebnisse seines Lebens bescherte ihm aber kein brutaler Verbrecher, sondern sein vierjähriger Sohn.
Sie sind seit über zehn Jahren im Ruhestand. Warum beschäftigen Sie sich unter anderem in Ihrem aktuellen Roman „Der Happy Face-Killer“ immer noch mit Mord und Verbrechen?
Axel Petermann: Weil in der Öffentlichkeit die Aufmerksamkeit vor allem den Tätern gilt, während die Opfer häufig alleine gelassen werden. Und ich hoffe, dass ich mit meiner Arbeit deren Seite aufzeigen und ihnen helfen kann, Anerkennung und Gerechtigkeit zu erfahren. Aus dem Grund bin ich mit meiner Frau auch ehrenamtlicher Botschafter für die Hilfsorganisation ANUAS e.V. tätig, die sich für die Angehörigen von Gewaltopfern einsetzt.




