König Charles III. hat am Montag bei seinem ersten offiziellen Auftritt zur Unterstützung der LGBTQ-Community ein Denkmal eingeweiht. Das Monument mit dem Titel „An opened letter“ („Ein offener Brief“) ist den Mitgliedern der LGBTQ-Gemeinschaft gewidmet, die derzeit den britischen Streitkräften angehören. Es ehrt außerdem diejenigen, die unter dem früheren Verbot von Homosexualität in der Armee gelitten hatten, berichten britische Medien. Noch bis zur Aufhebung im Jahr 2000 mussten Betroffene Ermittlungen, Kündigungen und in einigen Fällen sogar Gefängnisstrafen über sich ergehen lassen.
Auch interessant
Charles III. setzt Zeichen der Anerkennung
Die Bronzeskulptur wurde am National Memorial Arboretum in Staffordshire, dem nationalen Erinnerungsort des Vereinigten Königreichs, enthüllt. Sie ähnelt einem zerknitterten Brief, auf dem Worte abgebildet sind, die einst als Beweismittel zur Verurteilung von Homosexuellen dienten. Der Etherton-Report, eine unabhängige Untersuchung zur Behandlung von LGBTQ-Veteranen in der britischen Armee, hatte zuvor schwere Missstände ans Licht gebracht – darunter homophobe Mobbing-Attacken und sexuelle Übergriffe.

Zahlreiche Betroffene vor Ort
Eine ehemalige Soldatin, Pádraigín Ní Rághillíg, bezeichnet das Denkmal gegenüber der BBC als „Schlussstrich“ unter ihr jahrzehntelanges Leid. Ihre fast zehnjährige Karriere in der Women’s Royal Air Force endete plötzlich, nachdem ein Kollege sie beobachtet hatte, wie sie eine Frau küsste. Sie musste entwürdigende Verhöre über ihr Sexualleben ertragen und wurde unfreiwillig gegenüber Freunden und Familie geoutet. „In weiteren 20 oder 30 Jahren wird keiner von uns mehr da sein, aber das Denkmal bleibt und ist ein Zeichen der Erinnerung“, sagte die heute 69-Jährige.
Die Ministerin für Veteranen, Louise Sandher-Jones, sprach bei der Einweihung von einem „Moment der Heilung“. Premierminister Keir Starmer erklärte, das Denkmal sei ein „bleibendes Tribut an den Mut und Einsatz dieser Veteranen“.
Auch interessant
Geschädigte können bis zu 70.000 Pfund bekommen
Das Projekt wurde von der Wohltätigkeitsorganisation „Fighting With Pride“ durchgeführt. Die Organisation setzt sich für die Rechte und Unterstützung von LGBTQ-Veteranen ein, die unter dem Verbot gelitten haben. Betroffen Veteranen können zudem eine finanzielle Entschädigung von bis zu 70.000 Pfund beantragen.

Jeden 2. Sonntag
Ein FUNKE Liebe
Alle zwei Wochen sonntags: Antworten auf Beziehungsfragen – ehrlich, nah und alltagstauglich.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums erklärte der BBC, man „bedauere“ das erlebte Leid zutiefst und wolle sicherstellen, dass alle Militärangehörigen in einer inklusiven und respektvollen Umgebung arbeiten können.
lis







