Luftverschmutzung erhöht das Risiko für Kurzsichtigkeit – selbst bei Kindern ohne Brille. Das zeigt eine neue Studie der University of Birmingham und der Tianjin Medical University. Die Forscher untersuchten das Sehvermögen von rund 30.000 Schulkindern in China.

Jeden 2. Sonntag
Ein FUNKE Liebe
Alle zwei Wochen sonntags: Antworten auf Beziehungsfragen – ehrlich, nah und alltagstauglich.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
„Wir haben gezeigt, dass Luftverschmutzung zur Entwicklung von Kurzsichtigkeit beiträgt“, erklärte Zongbo Shi, Professor von der Universitity of Birmingham und Mitautor der Studie, die in der Fachzeitschrift „PNAS Nexus“ veröffentlicht wurde.
Auch interessant
Kurzsichtigkeit bei Kindern: Diese Einflüsse schaden der Augenentwicklung
Laut der Untersuchung verschlechtern Luftschadstoffe wie Stickstoffdioxid aus Abgasen und Feinstaub (PM2,5) die Sehschärfe bei Kindern messbar. Die Forscher erklärten, dass verschmutzte Luft Entzündungen und Stressreaktionen in den Augen auslösen kann. Außerdem kann sie dafür sorgen, dass weniger Sonnenlicht auf die Augen fällt – ein wichtiger Faktor für eine gesunde Entwicklung. Zusätzlich kann Luftverschmutzung chemische Prozesse im Auge auslösen, die dazu führen, dass sich die Form des Auges verändert und somit eine Kurzsichtigkeit entsteht.
Umgekehrt soll saubere Luft eine gesunde Augenentwicklung fördern. Besonders Grundschulkinder reagieren empfindlicher auf Umweltfaktoren, da sich ihre Augen noch im Wachstum befinden.
Auch interessant
Prognosen eines chinesischen Forschungsteams zufolge könnten bis zum Jahr 2050 weltweit mehr als 740 Millionen Kinder und Jugendliche von Kurzsichtigkeit betroffen sein. Die Ursachen sind vielfältig: Neben genetischen Faktoren spielen auch der Lebensstil und Umweltbedingungen eine entscheidende Rolle. Schlafmangel, häufige Bildschirmnutzung und lange Lernphasen erhöhen das Risiko zusätzlich.
Forscher warnen: Kurzsichtigkeit frühzeitig vorbeugen – Thema von globaler Relevanz
„Es gibt Faktoren, die man nicht beeinflussen kann“, erklärt Professor Shi. Sein Kollege Dr. Yuqing Dai ergänzt: „Die Gene eines Kindes lassen sich nicht ändern, seine Umgebung schon. Wenn wir früh handeln – bevor eine schwere Kurzsichtigkeit entsteht – können wir wirklich etwas bewirken.“
Lesen Sie auch: Kindergesundheit in Gefahr: So wirkt sich soziale Ungleichheit aus
Auch wenn die Daten aus China stammen, betonen die Wissenschaftler die weltweite Relevanz ihrer Ergebnisse. Luftverschmutzung sei ein globales Gesundheitsproblem, das weit über Atemwegserkrankungen hinausgehe und auch die Augengesundheit betreffe.







