Eng gedrängt, kaum ein Durchkommen: Am Samstag musste das Oktoberfest in München zeitweise geschlossen werden. Besucherinnen und Besucher schilderten chaotische Szenen auf dem Gelände. „Es war kurz vor der Massenpanik“, kommentierte eine Frau auf Instagram einen Post der Stadt. Sie habe Angst gehabt, „totgetrampelt und umgeschmissen“ zu werden. Ein anderer Nutzer schrieb: „Das war brandgefährlich. Die Menschen waren panisch, haben geschrien und geheult.“

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Auch die Kommunikation sorgte für Unmut. Über Lautsprecher wurden die Feiernden aufgefordert, das Gelände zu verlassen – ohne Angabe von Gründen. „Das war Panikmache“, kritisierte ein Besucher auf sozialen Medien.

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Oktoberfest zeitweise geschlossen: „Insgesamt zu voll“

Die Stadt sieht das anders. „Das Gelände insgesamt war zu voll“, erläuterte eine Mitarbeiterin der Wiesn-Pressestelle der Stadt München. Denn: Zum Tischwechsel um 17 Uhr hätten sich die Menschenmassen so verdichtet, dass es an einigen Stellen weder vor noch zurück ging. Rund eine halbe Stunde lang wurden deshalb die Eingänge für Neuankömmlinge abgeriegelt. „Kommt nicht mehr auf das Oktoberfest“, warnte die Polizei auf X. Züge der U-Bahn hielten währenddessen nicht an der Theresienwiese.

Gäste feiern im Hofbräuzelt auf dem Oktoberfest.
Wegen Überfüllung wurde das Oktoberfest am Samstag zeitweise geschlossen. © Felix Hörhager/dpa | Felix Hörhager

Verletzte gab es ersten Erkenntnissen zufolge nicht. Der Sanitätsdienst behandelte nach eigenen Angaben zwei Menschen mit Panikattacken. Doch schon bald wurden die Eingänge langsam wieder geöffnet. Nach etwa einer Stunde hatte sich alles wieder normalisiert, schilderte die Wiesn-Sprecherin. „Das hat sich aufgelöst, indem die Menschen zu ihren Reservierungen in die Zelte gegangen sind. Als es sich wieder besser verteilt hat auf dem Gelände, konnten wir wieder Leute reinlassen.“

Stadt München: Sicherheitskonzept hat funktioniert

Eine Schätzung, wie viele Menschen sich zum Zeitpunkt der Schließung ungefähr auf dem Gelände befunden hatten, lag zunächst nicht vor. Das Sicherheitskonzept habe aber gut funktioniert, bilanzierte die Stadt-Sprecherin. „Bevor es zu einer unangenehmen Situation kommt, werden Maßnahmen ergriffen“, betonte die Sprecherin. Über Lautsprecherdurchsagen sei klargestellt worden, dass keine Gefahr bestehe. Auch die Polizei verbreitete ihren Hinweis auf X zusätzlich auf Englisch und Italienisch – denn traditionell reisen am mittleren Wiesn-Wochenende viele Besucher aus Italien an, teils per Sonderzug.

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Der Vorfall ist ungewöhnlich, aber nicht einmalig: Es sei durchaus schon immer wieder mal vorgekommen, dass das Gelände temporär dicht gemacht worden sei, versicherte die Stadt-Sprecherin. Am Sonntagvormittag wollen die Behörden bei einer Pressekonferenz eine Halbzeitbilanz nach einer Woche Wiesn ziehen. Das Oktoberfest läuft noch bis zum 5. Oktober.

dpa/kath