Von einem Haar in der Suppe abgesehen, gibt es wenig, was mir zuverlässiger den Appetit verdirbt als Zigarettenqualm. Noch schlimmer: Wenn sich der junge Mann am Nebentisch einen Joint ansteckt. In Berliner Restaurants, Kneipen und Cafés ist Rauchen – unabhängig von der Substanz – zwar verboten, doch viele Wirte tolerieren es in ihren Außenbereichen. Aber auch an öffentlichen Orten wie Bahnhöfen, wo es längst verboten ist, sieht man allzu oft Rauch aufsteigen. Und genau da liegt das Problem: Verbote werden nicht konsequent umgesetzt, was wo gilt, ist ohnehin verwirrend. Nichtraucherschutz ist in Deutschland ein Flickenteppich, die Bundesländer machen ihre eigenen Regeln.

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Und das, während laut RKI jedes Jahr 127.000 Menschen an den Folgen des Rauchens sterben. Das kann der Staat seinen mündigen Bürgern nicht verbieten. Von 500.000 Krebserkrankungen pro Jahr sind dem Deutschen Krebsforschungszentrums zufolge rund 85.000 auf Rauchen – Passivrauchen inklusive – zurückzuführen. Ich als mündige Bürgerin freue mich über jede und jeden, der mich davor bewahrt.

Jessica Hock ist Redakteurin im Ressort Leben der FUNKE Zentralredaktion.
Jessica Hock ist Redakteurin im Ressort Leben der FUNKE Zentralredaktion.© FUNKE Foto Services | Kerstin Kokoska

Spanien macht es schon lange vor und möchte nun auch das Rauchen im Freien noch weiter einschränken. Damit wird niemand ausgegrenzt – Rauchen wird im wahrsten Sinne des Wortes schlicht weniger salonfähig. Und je weniger Menschen mit Kippe in der Hand espressoschlürfend im Café oder qualmend im Park sitzen, desto weniger Jugendliche nehmen sich daran vielleicht ein Beispiel.

Eine naive Hoffnung? Vielleicht. Und deshalb braucht es klare, landesweite Regeln und Behörden, die sie durchsetzen. Bis es soweit ist, bleibt mal wieder nur der Appell an die gegenseitige Rücksichtnahme: Wer rauchen möchte, soll das tun. Aber doch bitte in angemessener Entfernung von denen, die es nicht möchten.