„Elegant ist nicht, wer auffällt, sondern wer mit seinem Stil in Erinnerung bleibt“: Nach diesem Credo hat Giorgio Armani Modegeschichte geschrieben und sich einen festen Platz im Olymp der weltweit erfolgreichsten Designer gesichert. Exzesse waren dem Kaiser der italienischen Mode ein Gräuel: Wann immer es auf dem Laufstegen zu laut und schrill zuging, erhob er mahnend die Stimme. „Meine Grenze ist der gute Geschmack“, pflegte er zu sagen.

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Am Donnerstag ist „Re Giorgio“ (König Giorgio), wie ihn die Italiener respektvoll nannten, im Alter von 91 Jahren gestorben. „Mit unendlicher Trauer gibt die Armani-Gruppe den Tod ihres Gründers bekannt: Giorgio Armani ist friedlich im Kreise seiner Lieben verstorben. Unermüdlich arbeitete er bis zu seinen letzten Tagen und widmete sich dem Unternehmen, den Kollektionen und den verschiedenen, immer neuen Projekten, die bereits umgesetzt wurden oder noch in Planung waren“, hieß es in der Pressemitteilung des Unternehmens. Der Sarg mit seinem Leichnam soll ab Samstag in Mailand aufgebahrt werden. Auf Armanis Wunsch wird die Trauerzeremonie in privater Form stattfinden.
Giorgio Armani: „80 Prozent von dem, was ich tue, ist Disziplin. Der Rest ist Kreativität“
Bis vor wenigen Wochen hatte Armani noch pausenlos gearbeitet. Im Juni war er ins Spital eingeliefert worden, weshalb er auf die Damendefilees in Mailand verzichten musste, bei denen er stets selber vor das Publikum trat.
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„80 Prozent von dem, was ich tue, ist Disziplin. Der Rest ist Kreativität. Um etwas Außergewöhnliches zu schaffen, muss man sich unermüdlich auf das kleinste Detail konzentrieren“, lautete die Devise des Perfektionisten Armani, der in seiner Karriere auch Accessoires, Parfums, Möbel, Hotels und Restaurants zeichnete. Armanis Wirtschaftsimperium generiert inzwischen einen Jahresumsatz von 2,3 Milliarden Euro und beschäftigt 8.500 Personen.

Dabei stammte Armani aus bescheidenen Verhältnissen. Er wurde am 11. Juli 1934 in Piacenza bei Mailand als das mittlere von drei Kindern eines Buchhalters und einer Hausfrau geboren. Obwohl nicht reich, kleidete sich seine Mutter Maria stets elegant. Immer wieder betonte Armani später, wie wichtig sie für die Ausprägung seines Stilempfindens war. Nur knapp entkam er in den Kriegsjahren einem Flugzeugangriff. Später, die Familie lebte inzwischen in Mailand, begann Armani ein Medizinstudium. Doch während seines Militärdienstes in einem Armeehospital erkannte er, dass der Beruf des Arztes nicht seinen Erwartungen entsprach.

Armani kam per Zufall zur Mode
In dieser Sinnkrise öffnete sich für ihn eher per Zufall der Weg in die Mode. Eine Freundin vermittelte ihm einen Job in der Werbeabteilung des renommierten Mailänder Kaufhauses „La Rinascente“. Von dort wechselte er 1964 in das Team des Designers Nino Cerruti und entwarf erstmals Mode – ohne diesen Beruf jemals erlernt zu haben. 1975 schließlich gründete er mit seinem Partner Sergio Galeotti das eigene Label.
Armani übernahm den Anzugstil in die Damenmode. In die Herrenmode brachte er dagegen weibliche Elemente wie weich fließende Stoffe und lässigen Schnitt ein. Für den Film „American Gigolo“ kleidete er auf diese Weise Richard Gere, in dem Streifen „Die Unbestechlichen“ trug unter anderem Sean Connery seine Anzüge. Seine Roben sind von den roten Teppichen der Welt nicht mehr wegzudenken. So kleidete er Staatsfrauen wie Italiens Premierministerin Giorgia Meloni.

Finanzielle Unabhängigkeit war dem Unternehmer Armani ein Anliegen. Von einem Börsengang seines Konzerns wollte er nichts wissen. Einen Nachfolger für die Führung seines Wirtschaftsimperiums ernannte er auch in seinen letzten Jahren nicht. Als möglicher Nachfolger gilt Armanis rechte Hand Leo Dell‘Orco.

























