„Ding dong ditch“ ist wohl das, was man einen Lausbubenstreich nennen darf. Klingeln, abhauen und sich diebisch über genervte Bewohner freuen. Im 21. Jahrhundert kommt dann noch etwas Social-Media-Fame hinzu, wenn Aufnahmen der Streiche bei TikTok und Co. landen.

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In den USA hat so ein modernes Klingelputzen am Wochenende ein tragisches Ende genommen. Wie die Polizei Houston mitteilte, verlor ein Elfjähriger im US-Bundesstaat Texas sein Leben. Der Junge war mit mehreren Freunden in der Nachbarschaft unterwegs, klopfte an Türen und rannte davon. Der Bewohner eines Hauses aber trat dabei vor die Tür, verfolgte die Davonrennenden offenbar und soll dann das Feuer eröffnet haben.

In einem Polizeibericht heißt es, ein Zeuge habe ausgesagt, der Junge sei geflüchtet, kurz bevor er von einer Kugel getroffen wurde, allem Anschein nach in den Rücken. Er sei mehrfach getroffen worden, sagte eine Polizistin vor Ort dem Regionalsender KHOU.

Ersthelfer der Feuerwehr Houston hätten den Jungen in ein Krankenhaus gebracht, wo er in kritischem Zustand angekommen sei, hieß es von einer Polizeisprecherin. Er sei später am Sonntag für tot erklärt worden.

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„Wird auf Mordanklage hinauslaufen“

Der Verdächtige war zunächst festgenommen worden, kam nach einer Befragung aber wieder auf freien Fuß. Mittlerweile wurde die Person ein weiteres Mal festgenommen. Die Kriminalpolizei ermittelt, Anklage ist bislang keine erhoben worden.

Aufnahmen einer Überwachungskamera sollen nun bei den Ermittlungen helfen. „Das wird auf eine Mordanklage hinauslaufen“, sagte ein Ermittler der Polizei Houston dem Sender KHOU. Der Tod des Jungen sei wahrscheinlich nicht das Ergebnis von Selbstverteidigung, da die Schüsse „nicht nahe am Haus gefallen sind“.

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Tödliche Streiche nehmen zu

Klingelstreiche erleben in den USA eine kleine Renaissance, vor allem über das Video-Netzwerk TikTok. Dort laden junge Menschen ihre Aufnahmen von den Streichen hoch, manchmal in mal mehr, mal weniger harmlosen Varianten. Mehrmals kam es dabei schon zu Tragödien. So hat ein Mann in Virigina im Mai einen Teenager erschossen, der den Klingelstreich seiner Freunde filmte. Er gab an, sich selbst verteidigt zu haben, weil er dachte, er würde ausgeraubt.

Schlagzeilen machte auch ein Fall aus Kalifornien im Jahr 2020. Dort hatte ein Mann mit seinem Auto ein Fahrzeug mit sechs jungen Menschen gerammt, die einen ähnlichen Streich gespielt hatten. Drei 16-Jährige starben. Ein Gericht verurteilte den Mann zu lebenslanger Haft.