Es ist etwa halb neun am Morgen und in Minneapolis wird ein Gottesdienst mit Kindern gefeiert, die zur Schule zurückgekehrt sind. Die Sommerferien sind in den USA vorbei, es ist die erste Schulwoche. 

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Dann ereignen sich furchtbare Szenen: Ein Mann nähert sich dem Kirchengebäude im Umfeld der katholischen Schule und schießt durch die Kirchenfenster. Die Kinder sitzen auf den Kirchenbänken der Annunciation Catholic Church. Sie können nicht entkommen.

Zwei Kinder sterben bei den Schüssen in der Großstadt, die im Norden der USA liegt. Sie sind nach Angaben des örtlichen Polizeichefs Brian O‘Hara erst acht und zehn Jahre alt. 

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Die US-Bundespolizei FBI untersucht die tödlichen Schüsse mittlerweile als mögliches Terrorverbrechen. Man prüfe, ob es sich um einen inländischen Terrorakt und ein Hassverbrechen gegen Katholiken handele, erklärte FBI-Direktor Kash Patel auf der Plattform X.

17 Menschen, 14 Kinder und drei ältere Gemeindemitglieder, wurden bei dem Angriff verletzt. Keiner der Verletzten schwebe mehr in Lebensgefahr, hieß es zuletzt von der Polizei. Einige Kinder seien bereits aus dem Krankenhaus entlassen worden.

News aus den USA

Schütze von Minneapolis: Motiv unklar

Der Verdächtige ist tot. Laut Polizei hat er sich nach dem aktuellen Ermittlungsstand auf einem Parkplatz das Leben genommen. Sie geht davon aus, dass er der einzige Schütze war. 

Bei dem Schützen handelt es sich einem CNN-Bericht zufolge um den 23-jährigen Robin W. Er war offenbar ein Schüler der Schule, machte 2017 seinen Abschluss.

Heimatschutzministerin Kristi Noem gab das Alter des Angreifes zunächst mit 22 Jahren an. Dazu verbreitete Noem, dass sich der Schütze als Transperson bezeichnen solle. Transpersonen sind Menschen, die sich dem Geschlecht, das ihnen bei Geburt zugewiesen wurde, nicht zugehörig fühlen.

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Warum die Person geschossen hat, ist unklar. Sie hatte nach Polizeiangaben drei Waffen bei sich – ein Gewehr, eine Schrotflinte und eine Pistole – und schoss von außen durch Fenster der Kirche. Auf einem Magazin sollen Kritzeleien gestanden haben.

„Tötet Donald Trump“

Die Heimatschutzministerin hob drei Beispiele hervor: Für die Kinder“, „Wo ist Dein Gott?“ und „Tötet Donald Trump“ - also den US-Präsidenten. Ob es sich dabei um eine der Waffen handelte, die er bei der Gewalttat im US-Bundesstaat Minnesota im Norden der USA benutzte, führte sie in ihrer Erklärung nicht aus. 

Medien berichteten von weiteren Sprüchen auf Waffen. CNN zufolge sind auf Videoaufnahmen Waffen zu sehen, die mit Namen von Massenmördern sowie antisemitischen Botschaften versehen sind. Der Sender berichtete zudem von einem Notizbuch mit wirren Einträgen. Demnach soll der Verdächtige geschrieben haben, dass er mit dem Angriff keine Botschaft verbreiten wolle.

Ein „Manifest“ des Angreifers sei auf der Videoplattform Youtube gefunden worden, sagte Polizeichef O‘Hara. „Wir haben die Inhalte in Zusammenarbeit mit dem FBI entfernen lassen. Sie werden von unseren Ermittlern untersucht.“

Die Polizei geht davon aus, dass der Schütze alle drei Waffen genutzt habe. Es gebe noch keine Informationen zu möglichen Vorstrafen, sagte der Polizeichef. Die Waffen hat der Täter laut Polizeiangaben legal erworben.

Der Bürgermeister Jacob Frey stellt sich am Mittag vor die Presse und sagt über die Eltern, die ihre Kinder verloren haben: „Diese Familien leiden unermessliche Schmerzen. Betrachten Sie es so, als wären es Ihre eigenen Kinder.“

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Entsetzen in der Politik

Bereits bevor Details zu Toten und Opfern offiziell bekannt werden, äußert sich auch US-Präsident Donald Trump zu dem Vorfall: „Das FBI hat schnell reagiert und ist vor Ort“, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Er sei über den Vorfall informiert worden, er bat um Gebete für die Opfer. Trump tauschte sich auch mit dem Gouverneur von Minnesota, Tim Walz, über die Gewalttat aus, wie ein Regierungsbeamter mitteilte. 

Walz bezeichnet den Vorfall auf X als „schreckliche Gewalttat“. Noem spricht auf der Plattform X von einem „schrecklichen Schusswaffenvorfall“ an einer katholischen Schule, den ihr Ministerium beobachte. 

Exklusiv aus den USA – für Sie recherchiert

Tödliche Waffengewalt seit langem ein schweres US-Problem

In den USA gehört tödliche Schusswaffengewalt zum Alltag – laut Zahlen des Gesundheitsministeriums sind 2023 rund 46.700 Menschen durch Waffen gestorben. Auch an Schulen kommt es immer wieder zu tragischen Vorfällen. Pistolen und Waffen größerer Kaliber sind leicht zugänglich und millionenfach im Umlauf.

Laut einer Datenbank der Initiative „Every Town for Gun Safety“, die sich für strengere Waffengesetze ausspricht, gab es in diesem Jahr bis zum 22. August 24 tödliche Schusswaffenvorfälle in US-Schulen und auf deren Gelände mit 29 Todesopfern. Insgesamt zählte die Initiative bis zu dem Datum im aktuellen Jahr 90 Vorfälle mit Schüssen an Schulen.

Besonders folgenschwere Angriffe entfachen immer wieder Debatten über eine Verschärfung des Waffenrechts. Doch konkrete Fortschritte blieben bislang aus – vor allem aufgrund des Widerstands der Republikaner und der finanziell einflussreichen Waffen-Lobby, die Reformen seit Jahren blockieren.

mit dpa