Klimaaktivisten haben am Montag die größte Raffinerie in Norwegen blockiert. Sie fordern von dem Land einen Plan zum Ausstieg aus der Öl und Gasproduktion. „Es ist völlig klar, dass es keine Zukunft im Öl gibt. Fossile Energien führen zu Tod und Zerstörung“, erklärte Greta-Thunberg vor Pressevertretern.

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Die Raffinerie in Mongstadt bei Bergen ist die größte Anlage dieser Art Norwegens und gehört zum Konzern Equinor, welcher mehrheitlich im Besitz des norwegischen Staates ist. Norwegen ist Europas größter Öl- und Gasproduzent. Auch deshalb wählten Aktivisten wohl Equinor für die Aktion aus. Laut der beteiligten Organisation Extinction Rebellion sollen noch weitere Protestaktionen folgen.
Equinor plant neues Ölfeld in der Arktis
Bis 2035 will Equinor eine stabile Ölproduktion von 1,2 Barrel pro Tag sowie die jährliche Produktion von 40 Milliarden Kubikmetern fortsetzen. Zudem hat der Konzern in diesem Jahr ein neues Ölfeld namens „Johan-Castberg-Feld“ in Betrieb genommen. Das soll 30 Jahre genutzt werden und ist bereits das zweite Ölfeld in der Barentssee. Das betroffene Gebiet ist ein Randmeer des Arktischen Ozeans. Dass hier gebohrt wird, sorgt seit langem für Diskussionen. „In der Arktis nach Öl zu bohren, während die Region schneller als je zuvor schmilzt, ist völliger Wahnsinn“, sagte Frode Pleym von Greenpeace Norwegen schon 2019 in Bezug auf die Bohrinsel „West-Hercules“.
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Dennoch erteilte die norwegische Regierung Anfang des Jahres 53 neue Lizenzen, um in bereits erschlossenen Gebieten weitere Probebohrungen nach Öl und Gas durchzuführen. „Die kontinuierliche Erschließung des norwegischen Kontinentalschelfs ist entscheidend für Arbeitsplätze, Wertschöpfung und die zukünftigen Auswirkungen der Erdölaktivitäten auf dem Festland. Wir brauchen neue Entdeckungen, um sicherzustellen, dass Norwegen ein stabiler und verlässlicher Öl- und Gaslieferant für Europa bleibt“, erläutert Energieminister Terje Aasland in einer Pressemitteilung. Daher sei das große Interesse an neuen Explorationsgebieten sehr erfreulich.
Öl- und Gas Export verursachen 500 Millionen Tonnen CO2
Das Vorgehen passt wenig zum Image des Landes, denn Norwegen gibt sich gerne als Vorreiter der grünen Energiewende. Immerhin deckt das Land laut der Bundeszentrale für politische Bildung mehr als 95 Prozent seines eigenen Strombedarfs durch Wasserkraft ab. Gleichzeitig machten Öl und Gasverkäufe im Jahr 2022 fünfundsechzig Prozent des norwegischen Exportvolumens aus. Laut Greenpeace setzt dieser Export bei der Verbrennung im Ausland rund 500 Millionen Tonnen CO2 frei – zehnmal, mehr als alle anderen norwegischen Emissionen zusammen.
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In Oslo wird hervorgehoben, dass die Öl- und Gasindustrie Arbeitsplätze schafft, Know-how entwickelt und für die Energiesicherheit in Europa sorgt. Insbesondere in Deutschland besteht daran ein Interesse, denn in kein anderes Land lieferte Norwegen im Jahr 2024 mehr Gas. Die Bundesrepublik importierte im vergangenen Jahr Gas für insgesamt rund 15 Mrd. Euro sowie Öl für 4,5 Mrd. Euro aus Norwegen.
mit dpa





