Bis Mitte der 1980er-Jahre hieß Fußballberichterstattung: „Sportschau“ im Ersten. Seriöse Herren verlasen am späten Samstagnachmittag die Bundesligaergebnisse, dazu wurden Bilder von ausgewählten Spielen gezeigt. 1988 änderte sich das: Da erschien auf den deutschen Bildschirmen auf einmal ein junger Mann mit ausgeprägtem Wuschelkopf, der einen ganz anderen Sound in den Sportjournalismus brachte. Ulli Potofski hieß er, die Sendung auf RTL nannte sich „Anpfiff“. Jetzt ist der gebürtige Gelsenkirchener im Alter von 73 Jahren verstorben.
Ulrich „Ulli“ Potofski war ein Kind des Ruhrgebiets, ein Kind der Stadt Gelsenkirchen. Am 7. Juli 1952 geboren, wuchs er an der Overhofstraße in Schalke auf. Nicht nur dem Stadtteil, auch dem gleichnamigen Verein ist er zeit seines Lebens treu geblieben – auch, wenn er als Sportreporter natürlich nach außen hin neutral bleiben musste. „Er hat als Kind schon immer die blau-weiße Fahne aus dem Fenster gehängt“, erinnert sich sein älterer Bruder Norbert.
In diesem Gelsenkirchener Restaurant absolvierte Ulli Potofski seine Ausbildung
Nach seinem Realschulabschluss absolvierte Potofski zunächst eine Ausbildung als Koch – „Ulli hat im Schloss Horst gelernt“, erzählt sein Bruder. Doch nur hinterm Herd zu stehen, das war nichts für ihn, ihn zog es zunächst hinters Mikrofon, später dann vor die Kamera. 1970 fing er bei Radio Luxemburg an, war in der 1970er-Jahren nebenbei auch noch als Puppenspieler, Schlagersänger und Diskjockey tätig. 1979 wechselte er zum WDR, war dort Sportreporter, bevor er 1984 zum damals neuen Fernsehsender RTL plus ging.


