- Das West-Nil-Virus breitet sich in Italien weiter aus – und betrifft inzwischen auch viele beliebte Urlaubsregionen.
- Besonders ältere oder vorerkrankte Menschen sind gefährdet, doch auch milde Verläufe bleiben oft unbemerkt.
- Warum Klimawandel und Zugvögel die Ausbreitung beschleunigen – und was das für Deutschland bedeutet.
Das gefährliche West-Nil-Virus scheint sich dauerhaft in weiten Teilen Italiens etabliert zu haben. Seitdem es dort 1998 zum ersten Mal nachgewiesen wurde, breitet sich das durch Stechmücken übertragene Virus immer weiter aus. Zuletzt starb ein 77 Jahre alter Mann, der Mitte Juli in ein Krankenhaus der Stadt Latina südlich von Rom eingeliefert worden war, an den Folgen einer Infektion mit dem West-Nil-Virus.

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Damit gibt es seit Beginn des Jahres in Italien nach offiziellen Angaben mindestens neun Todesfälle, die meisten in der Region rund um die italienische Hauptstadt. Zudem sind aktuell mehr als 80 schwere Infektionen bekannt. Im vergangenen Jahr sind nach Angaben des staatlichen Gesundheitsinstituts 36 Menschen an den Folgen einer Infektion gestorben.
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West-Nil-Virus: Immer mehr Risikogebiete in Italien
Nach Angaben der italienischen Gesundheitsbehörden wird die Zahl der West Nil-Virus-Risikogebiete im Land immer größer. Rot markiert sind auch viele beliebte Urlaubsregionen, etwa Latium mit der Hauptstadt Rom, der überwiegende Teil Venetiens mit Venedig, Teile der Lombardei inklusive Mailand, fast die gesamte Emilia-Romagna, weite Teile Sardiniens, die Gegend um Neapel und Teile Apuliens. Auch Teile des Piemont mit der Metropole Turin sind mittlerweile Risikogebiet. Nicht betroffen sind hingegen Südtirol und das Trentino, Ligurien, die Toskana, Umbrien, Kalabrien und Sizilien, was jedoch nicht heißt, dass nicht auch dort eine Infektion mit dem West-Nil-Virus möglich ist.
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Besonders ältere Menschen mit Vorerkrankungen gefährdet
Das Virus wird durch Mückenstiche übertragen. Schwerere und tödliche Verläufe betreffen meist ältere Menschen mit Vorerkrankungen. In knapp 20 Prozent der Fälle kommt es dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge zu milden, unspezifischen Symptomen wie Fieber oder Kopfschmerzen. Nur etwa ein Prozent der Infektionen führen zu schweren neuroinvasiven Erkrankungen.
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Das West-Nil-Virus stammt ursprünglich aus Afrika und wurde vermutlich über Zugvögel nach Europa eingeführt. Nach Angaben des RKI können über Vögel infizierte Mücken das Virus auf Menschen und andere Säugetiere übertragen. Experten gehen davon aus, dass die Fallzahlen infolge des Klimawandels steigen werden. Auch in Deutschland sind bereits Fälle des West-Nil-Virus aufgetreten. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) wurden 2019 erstmalig fünf West-Nil-Fieber-Infektionen in Deutschland bekannt. 2024 gab es 26 gemeldete Fälle, vor allem in Ostdeutschland inklusive Berlin, aber auch in Hamburg.
tok/dpa









