In Mecklenburg-Vorpommern ist ein Mann nach einer Infektion mit Vibrionen in einem Krankenhaus gestorben. Wie er sich infizierte, habe nicht abschließend geklärt werden können. Bekannt sei, dass der 68-Jährige an verschiedenen chronischen Erkrankungen litt. Er lebte im Betreuten Wohnen, versorgte sich jedoch weitgehend selbstständig.

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Das zuständige Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGuS) machte keine Angaben dazu, wo genau sich der Mann mit den lebensgefährlichen Keimen infizierte. Laut einer Sprecherin überwache das Amt etwa 500 Badestellen in Mecklenburg-Vorpommern. Im vergangenen Jahr habe es fünf Infektionen mit zwei Todesfällen gegeben, sagte die Sprecherin weiter. Seit 2003 habe es 95 Infektionen und 14 Todesfälle gegeben.

Größe:412.500 km² (mit Kattegat), 390.000 km² (ohne Kattegat)
Durchschnittliche Tiefe:ca. 52 Meter
Klima:Gemäßigt (maritim) bis kontinental
Anrainer:Deutschland, Dänemark, Schweden, Finnland, Russland, Estland, Lettland, Litauen, Polen

Ostsee für Verbreitung von Vibrionen prädisponiert

Die Gefahr, sich eine Vibrionen-Infektion zuzuziehen, bestehe vor allem für Personen mit bestimmten Risiken wie chronischen Grundleiden oder bestehender Immunschwäche sowie Personen höheren Alters. Wenn Badegäste zu diesen Risikogruppen gehörten und Hautverletzungen vorhanden seien, sollte ein Kontakt mit Meer- oder Brackwasser (Bodden) unterbleiben, hieß es vom LAGuS.

Bis zum Ende der Badesaison müsse in der gesamten Ostsee, in den Boddengewässern und im Achterwasser mit einem vermehrten Vibrionen-Aufkommen gerechnet werden. Gerade in flachen, sich schnell erwärmenden Küstenbereichen steigt das Risiko für ein vermehrtes Auftreten der Bakterien bei höheren Temperaturen deutlich. Die Ostsee ist aufgrund ihres niedrigen Salzgehalts besonders betroffen. 

Schon geringe Bakterienzahl kann zu Wundinfektionen führen

Nicht-Cholera-Vibrionen im Badewasser können zu schnell fortschreitenden Wundinfektionen und - in seltenen Fällen - zu einer Blutvergiftung (Sepsis) führen. Auch Ohrentzündungen sind möglich.

Besonders gefährlich sind Wundinfektionen mit der Art Vibrio vulnificus, die innerhalb kürzester Zeit zu tiefgreifenden Nekrosen des Gewebes führen können, wie es vom Robert Koch-Institut (RKI) heißt. „Hier kann bereits eine sehr geringe Bakterienanzahl genügen, um eine Wundinfektion hervorzurufen.“ Eine daraus resultierende Sepsis könne in sehr kurzer Zeit zum Tod durch multiples Organversagen führen.

tok mit dpa und epd