Reinhold Messner hat kurz vor seinem 81. Geburtstag ein neues Museumsprojekt eröffnet: Das „Reinhold Messner Haus“ soll ein Begegnungsort für junge Menschen werden und in die Zukunft weisen. Außerdem plant der Ex-Bergsteiger eine Reise in die Arktis und ein Filmprojekt. Doch so sehr er mit seinen Projekten auch im Hier und Jetzt beschäftigt ist, schwingt seine Vergangenheit noch immer mit: Im Interview spricht er über den Tod seines Bruders, der 1970 bei einer gemeinsamen Expedition verunglückte, und über den Streit mit seinen Kindern.
Sie haben Ihr Heim in Schloss Juval verlassen und sind nach Sexten umgezogen, wo Sie mit dem „Reinhold Messner Haus“ ein neues Museumsprojekt eröffnet haben. Wie kann man sich diesen Umbruch vorstellen?
Reinhold Messner: Wir hatten unseren Hauptwohnsitz schon längere Zeit nach Sulden verlegt, weil uns das Schloss zu kompliziert geworden ist. Wir sind ja davon abgesehen ohnehin die meiste Zeit unterwegs gewesen. Und dann hat man uns eben dieses ehemalige Seilbahn-Haus angeboten, das wir zu einem Begegnungsort speziell für junge Leute gemacht haben. Der soll nicht museal die Vergangenheit aufarbeiten, sondern in die Zukunft weisen.
Ich habe lange genug in die Vergangenheit geschaut. In meinem Alter bringt das nichts. Und in einem Teil dieses Gebäudes hat man uns dann noch eine kleine Wohnung eingebaut. Ich habe abgesehen von meinen jungen Jahren noch nie in so einem kleinen Raum gewohnt, aber meine Frau Diane hat ihn so gemütlich gestaltet, dass ich mich dort sehr gerne aufhalte – vor allem während der Sommerhitze.



