Die weltweit bekannte Plattform OnlyFans, die zur Veröffentlichung von Inhalten für Erwachsene genutzt wird, soll in China endgültig gesperrt worden sein, wie „The Daily Guardian“ berichtet. Damit geht die Regierung erneut gegen eine Online-Plattform vor, die sie als Bedrohung für ihre kulturellen und gesellschaftlichen Werte ansieht. Dies ist kein Einzelfall, sondern Teil einer seit Jahren verfolgten Strategie, unerwünschten westlichen Einfluss im digitalen Raum zu unterbinden.

OnlyFans im Visier der moralischen Kontrolle

Laut „The Daily Guardian“ sehen die Behörden in Peking OnlyFans als ein Symbol des „westlichen moralischen Verfalls“ und bezeichnen es zudem als „westlichen Sumpf“, der in China keinen Platz habe. Die Plattform ist vor allem für ihr Abonnementmodell bekannt, über das häufig pornografische Inhalte verbreitet werden.

Doch das Problem geht weit über Erotik hinaus. OnlyFans symbolisiert für China individuelle Freiheiten und westlichen Liberalismus – Konzepte, die im Widerspruch zu Pekings ideologischen Zielen stehen.

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Kurzzeitige Verwirrung: Das Comeback, das keines war

Vor einigen Monaten konnten chinesische Nutzer OnlyFans vorübergehend ohne VPN erreichen – ein seltenes Phänomen in einem Land, dessen „Große Firewall“ normalerweise jede Form westlicher Plattformen rigoros blockiert. Schnell keimte Hoffnung auf, dass dies auf eine lockere Haltung hindeuten könnte. Doch schon Mitte Juli war die Plattform wieder gesperrt, und Chinas Regierung äußerte erneut scharfe Kritik an ihrem Einfluss.

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Die kurze Öffnung führte zu Diskussionen und Spekulationen in den sozialen Medien. Einige User machten sich über die Situation lustig, während andere skeptisch blieben – mit gutem Grund: In China ist die Erstellung oder Verbreitung expliziter Inhalte strafbar. Selbst ein indirekter Kontakt mit solchen Plattformen kann ernste Konsequenzen haben.

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Chinas Kampf gegen „spirituelle Verschmutzung“

Das Verbot von OnlyFans ist Teil eines größeren Kontrollmusters. Seit Jahren kämpft China gegen das, was es als „spirituelle Verschmutzung“ bezeichnet – ein Begriff, der sowohl Pornografie als auch politisch unerwünschte Inhalte umfasst. Plattformen wie Facebook, Instagram oder YouTube sind längst blockiert.

Auch spannend: Geheimtipps für Influencer, die selbst Steuerberater oft übersehen

Für Content-Ersteller, die durch OnlyFans lediglich alternative Lebensmodelle abbilden wollten, ist die Sperrung ein herber Rückschlag. Der Zugriff auf die Plattform sei inzwischen nur noch über VPNs möglich, was angesichts der strengen chinesischen Gesetze zur Zensurumgehung ein großes Risiko darstellt.