Egal ob Usedom oder Rügen: Wer gerade an der Ostsee Urlaub macht, bemerkt, dass vielerorts die Strände sehr schmal sind und das Wasser sehr hoch steht. Wie das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie auf Instagram schreibt, ist die Ostsee derzeit „so randvoll wie lange nicht“. So mussten im Ostseebad Karlshagen auf Usedom bei einer Veranstaltung bereits Strandaufbauten durch Sandsäcke geschützt werden.

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Im Juni wurde an der Pegelstation Landsort vor Schweden – dem Referenzpunkt für die gesamte Ostsee – „der höchste durchschnittliche Wasserstand seit Beginn dieses Jahrhunderts verzeichnet“. Normalerweise werden hohe Werte eher im Herbst oder Winter registriert. „Frühling und Frühsommer gelten dagegen eher als ‚niedrigwasserreiche‘ Zeiten“, hieß es vom BSH.

Ostsee mit hohem Pegelstand: Das ist der Grund

Laut dem Ozeanographen Jürgen Holfort vom BSH liegt der Grund für den hohen Pegelstand an großflächigen Winden über dem Kattegat, dem Belt und den dänischen Inseln: „Durch den wird viel Wasser in die Ostsee gedrückt, während das Wasser aus der Ostsee nicht abfließen kann.“ Dann kann schon eine schwache Brise an unseren Küsten zu einem hohen Pegel führen.

„Vor allem Strandkorbbesitzer müssen aufpassen. Wenn die nahe am Wasser stehen, können die bei einem hohen Pegel auf einmal überflutet sein“, sagt Holfort zu den Folgen des hohen Wasserstands. Zugleich beruhigt er: wirklich gefährdet sind Strände vor allem durch Sturmfluten, die aber im Sommer sehr selten sind.

Touristen müssen womöglich enger rücken

„Trotz hohen Wasserstandes kann es schönes Wetter sein. Man merkt dann nur, dass die Strände schmaler sind“, sagt Holfort. Demzufolge wird es also an den Stränden höchstens enger und Besucher müssen enger rücken. Allerdings stellt er auch klar, dass nach den hohen Pegelständen Anfang Juli der Wasserstand der Ostsee inzwischen wieder ein normales Niveau hat. Aktuell dürfte also jeder genug Platz am Strand finden.